DER BASSTÖLPEL


(Wikipedia). Der Basstölpel (Morus bassanus) ist ein gänsegroßer Meeresvogel aus der Familie der Tölpel. Innerhalb dieser Familie ist er die am weitesten im Norden brütende Art und die einzige, die auch in Europa brütet. Seit 1991 ist der Basstölpel auch Brutvogel auf Helgoland. Typisch für den Basstölpel sind große Kolonien, in der mehrere tausend Brutpaare ihr jeweiliges Junges heranziehen. Basstölpel präferieren für die Anlage ihrer Nester steile Felsinseln, die vor der Küste liegen.

Wie die meisten Tölpelarten hat der Basstölpel sich eine Nahrungsnische erschlossen, in der er nur mit wenigen anderen Arten konkurriert. Seine bevorzugten Beutefische sind fetthaltige Fische wie Heringe und Makrelen. Innerhalb der Ordnung der Suliformes entfernt er sich während seiner Nahrungssuche am weitesten von seiner Brutkolonie. Eine vergleichbare Flugleistung während des Nahrungserwerbs weist nur noch der Graufußtölpel auf. Der Basstölpel ist ein Stoßtaucher, der in schnellem Sturzflug ins Meer eintaucht, um so nach Fischen zu jagen. Zu seinen anatomischen Merkmalen gehört dementsprechend ein stromlinienförmiger Körper, lange schmale Flügel, ein in der vorderen Hälfte fein gezähnter Schnabel sowie große Schwimmfüße.

Woher kommt der Name?

Die große Brutkolonie auf der vor der schottischen Küste gelegenen Felseninsel Bass Rock, die bereits 1448 in Schriftstücken erwähnt wurde, hat zu dem deutschen Begriff Basstölpel geführt.

Seefahrer bezeichneten Vögel dieser Familie auf portugiesisch als „Bobo“ oder „Dummkopf“, weil die Seevögel gern auf Schiffen landeten und dort aufgrund ihrer Zutraulichkeit oft zur leichten aber schmackhaften Beute der Seeleute wurden. Auch in ihren Brutkolonien zeigen die Vögel kaum Furcht und sind deshalb sehr einfach zu fangen. Der Gattungsname Morus stammt vom altgriechischen moros, ebenfalls mit der Bedeutung dumm, tölpelhaft.

Von Bobo abgeleitet bürgerte sich in England zunächst für die Arten der Gattung Sula der Begriff „Booby“ ein. Dieser wurde 1750 von dem Danziger Ornithologen Jacob Theodor Klein als „Tölpel“ ins Deutsche übersetzt und hat sich zunehmend als Bezeichnung für die Familie dieser Ruderfüßer durchgesetzt.

Wegen ihrer rauen Rufe wurden Basstölpel gelegentlich auch als Seeraben bezeichnet.

Bestand und Brutkolonien

Europäische Brutkolonien finden sich außerdem an der südwestirischen Küste, der mittelnorwegischen Westküste mit der Insel Runde, im Norden Norwegens Syltefjord, Hovflesa und Storstappen. Storstappen ist mit 71°08’N die nördlichste Brutkolonie. Die südlichste liegt an der Küste Neufundlands bei 46°50’N. Die südlichste europäische Brutkolonie ist die auf der Île Rouzic im Archipel der Sept Îles in Frankreich. Der einzige Brutplatz in Deutschland ist Helgoland, wo erst seit 1991 Basstölpel brüten. Die Kolonie wies im Jahre 2000 93 und drei Jahre später 145 Brutpaare auf. Im Jahr 2020 wurden bereits 1298 Brutpaare auf der Insel – Tendenz steigend. Seit 1996 brüten Basstölpel auch in der Barentssee. In Nordamerika liegen die Brutplätze an der Küste Neufundlands und auf Inseln im Sankt-Lorenz-Golf. Die größte Kolonie umfasst 32.000 Nester und liegt auf der Insel Bonaventure bei Percé.

Der Gesamtbestand wird von der IUCN mit etwa 530.000 Tieren angegeben. Die Bestände steigen. Damit gilt die Art als „nicht gefährdet“.


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

MORUS BASSANUS ( LINNAEUS 1758 )

= BASSTÖLPEL
= Northern gannet
= Jan-van-gent


SYSTEMATIK:

Klasse: Vögel ( Aves )
Ordnung: Suliformes 
Familie: Tölpel ( Sulidae )
Gattung: Morus


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