WELTRAUM: Neue bestechende Bilder aus den Tiefen des Alls vom WEBB-Teleskop


(Washington). Der Beginn einer neuen Ära in der Astronomie ist eingeläutet, denn die Welt erhält einen ersten Blick auf die volle Leistungsfähigkeit des James Webb Weltraumteleskops der NASA, einer Partnerschaft mit der ESA (Europäische Weltraumorganisation) und der CSA (Kanadische Weltraumorganisation).

Die ersten Farbbilder und spektroskopischen Daten des Teleskops, die eine Reihe von kosmischen Merkmalen enthüllen, die bisher unbekannt waren, wurden Dienstagnacht veröffentlicht.

„Heute präsentieren wir der Menschheit einen bahnbrechenden neuen Blick auf den Kosmos mit dem James Webb Weltraumteleskop – einen Blick, den die Welt noch nie zuvor gesehen hat„, sagte NASA Administrator Bill Nelson. „Diese Bilder, darunter die tiefste Infrarotaufnahme unseres Universums, die je gemacht wurde, zeigen uns, wie Webb dazu beitragen wird, Antworten auf Fragen zu finden, die wir noch gar nicht kennen; Fragen, die uns helfen werden, unser Universum und den Platz der Menschheit darin besser zu verstehen.

„Der unglaubliche Erfolg des Webb-Teams spiegelt das wider, was die NASA am besten kann. Wir setzen Träume in die Realität um, zum Wohle der Menschheit. Ich kann es kaum erwarten, die Entdeckungen zu sehen, die wir machen – das Team hat gerade erst angefangen!“

Die NASA erforscht das Unbekannte im Weltraum zum Nutzen aller, und die ersten Beobachtungen von Webb erzählen die Geschichte des verborgenen Universums in jeder Phase der kosmischen Geschichte – von benachbarten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, den so genannten Exoplaneten, bis hin zu den am weitesten entfernten beobachtbaren Galaxien im frühen Universum.

Die ersten Beobachtungen von Webb wurden von einer Gruppe von Vertretern der NASA, ESA, CSA und des Space Telescope Science Institute ausgewählt. Sie zeigen die Fähigkeiten aller vier hochmodernen wissenschaftlichen Instrumente von Webb:

SMACS 0723: Webb hat das bisher tiefste und schärfste Infrarotbild des fernen Universums geliefert – und das in nur 12,5 Stunden. Für eine Person, die auf der Erde steht und nach oben schaut, ist das Sichtfeld dieses neuen Bildes, das aus mehreren, jeweils etwa zweistündigen Belichtungen zusammengesetzt ist, ungefähr so groß wie ein Sandkorn, das man auf Armeslänge hält. Dieses tiefe Feld nutzt einen linsenförmigen Galaxienhaufen, um einige der am weitesten entfernten Galaxien zu finden, die jemals entdeckt wurden. Dieses Bild kratzt nur an der Oberfläche der Fähigkeiten von Webb bei der Untersuchung tiefer Felder und der Rückverfolgung von Galaxien bis zum Beginn der kosmischen Zeit.

WASP-96b (Spektrum): Die detaillierte Beobachtung dieses heißen, aufgeblasenen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems durch Webb zeigt die eindeutige Signatur von Wasser, zusammen mit Anzeichen von Dunst und Wolken, die bei früheren Untersuchungen dieses Planeten nicht entdeckt wurden. Mit dem ersten Nachweis von Wasser in der Atmosphäre eines Exoplaneten wird Webb nun Hunderte von anderen Systemen untersuchen, um zu verstehen, woraus andere Planetenatmosphären bestehen.
Südlicher Ringnebel: Dieser planetarische Nebel, eine sich ausdehnende Gaswolke, die einen sterbenden Stern umgibt, ist etwa 2.000 Lichtjahre entfernt. Hier bringen Webbs leistungsstarke Infrarot-Augen zum ersten Mal einen zweiten sterbenden Stern ins Blickfeld. Von der Geburt bis zum Tod als planetarischer Nebel kann Webb die ausströmenden Hüllen aus Staub und Gas alternder Sterne erforschen, die eines Tages zu einem neuen Stern oder Planeten werden könnten.

  • siehe Photo „Stephans Quintett“: Der Blick von Webb auf diese kompakte Galaxiengruppe im Sternbild Pegasus durchbrach den Staubmantel, der das Zentrum einer Galaxie umgibt, um die Geschwindigkeit und Zusammensetzung des Gases in der Nähe des supermassereichen schwarzen Lochs zu erkennen. Jetzt können die Wissenschaftler einen seltenen Blick darauf werfen, wie interagierende Galaxien die Sternentstehung in den anderen auslösen und wie das Gas in diesen Galaxien gestört wird.
  • siehe Photo „Carina-Nebel“: Webbs Blick auf die „Cosmic Cliffs“ im Carina-Nebel enthüllt die frühesten, schnellen Phasen der Sternentstehung, die bisher verborgen waren. Bei der Betrachtung dieser Sternentstehungsregion im südlichen Sternbild Carina und anderer ähnlicher Regionen kann Webb neu entstehende Sterne sehen und das Gas und den Staub untersuchen, aus denen sie entstanden sind.

Mit der Veröffentlichung der ersten Bilder und Spektren von Webb beginnt der wissenschaftliche Betrieb des Teleskops, bei dem Astronomen auf der ganzen Welt die Möglichkeit haben werden, mit den vier Instrumenten von Webb alles zu beobachten, von Objekten innerhalb unseres Sonnensystems bis hin zum frühen Universum.

Quelle:  NASA, ESA, CSA
Photo:   © NASA, ESA, CSA und STScI


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