Warum ist die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald illegal?


(Berlin). Für Gartenbesitzer beginnt mit dem fallenden Herbstlaub vor den ersten Nachtfrösten die herbstliche Gartensaison und die Gärten werden für den Winter und das kommende Frühjahr hergerichtet. Leider ist das auch die Zeit, in der Forstleute und Waldbesitzer Berge von Schnitt- und Laubabfällen finden. Zweige, Strünke, Blätter und letzter Rasenschnitt und was sonst noch alles im Herbst bei der Gartenarbeit anfällt, türmen sich am Waldrand, an Wegen und Waldparkplätzen.

Die Gartenbesitzer glauben in der Regel, man füge der Natur keinen Schaden zu, da es sich ja um natürlich abbaubares Material handelt. Was nach öffentlicher Kompostierung klingt, ist jedoch kein Kavaliersdelikt. Diese Art der Entsorgung ist illegal, und das aus gutem Grund. Äste, Zweige, Gras und Laub gelten als Abfall und dürfen nicht in den Wald gekippt werden. Es drohen sogar hohe Bußgelder.

Aber was ist denn nun so schädlich daran?

Der Wald ist eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Mit den Gartenabfällen landen mehr Nährstoffe im Wald und das sensible Gleichgewicht gerät durcheinander. Als Folge vermehren sich stickstoffliebende Pflanzen, wie die Brennnessel oder Brombeersträucher und verdrängen die standorttypischen speziell angepassten Arten wie Veilchen oder viele Wiesenblumen. Wo sich alter Gras- und Strauchschnitt am Waldrand türmen, ersticken sie die anderen Pflanzen und die verrottenden Gartenabfälle belasten Boden und das Grundwasser. Darüber hinaus stellen die auf diese Weise entsorgten Gartenabfälle nicht selten den Einstieg für wilde Müllkippen dar, indem zusätzlich sonstiger Unrat entsorgt wird.

Wildschweine fühlen sich übrigens ganz besonders wohl, wo sie regelmäßig mit Gartenabfällen versorgt werden. Gartenabfälle sind für sie wie fast food, da ist der Weg in den nächsten Garten dann nicht mehr weit. Gartenabfälle können außerdem Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von standortfremden oder nicht heimischen Pflanzen enthalten. Diese Pflanzen, die sogenannten Neophyten können zu einem echten Problem im heimischen Wald werden. Manche sind so konkurrenzstark, dass sie sich ausbreiten und alles andere Natürliche verdrängen. Bekannte Beispiele sind der Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, das in vielen Wäldern die Wegränder säumt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle zu entsorgen: Neben der Eigenkompostierung im Garten sind das bis zu einer gewissen Größe und Menge die Biotonne der Hausmüllentsorgung. Darüber hinaus können in vielen Regionen spezielle Annahmestellen beliefert werden. Forstleute und Waldbesitzende bitten alle Gartenbesitzer dringend, diese Möglichkeiten zu nutzen.

Quelle: DFWR / Deutsche Forstwirtschaft
Photo:  © MMB/Below


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