ZUHAUSE IST AUCH SCHÖN: Ein bisschen Südseefeeling an Bochumer Teichen


(Bochum). Auch die Ferienzeit ist in diesem Jahr eine andere, die Corona-Pandemie hat so manche Urlaubspläne durchkreuzt, wenn sie einem nicht gleich die Lust auf weite Reisen ausgetrieben hat. Das heißt für einige: Urlaub zuhause. Wie gut daher, dass es in Bochum so viele schöne Ecken und so viele interessante Orte zu entdecken gibt. Die Reihe „Zuhause ist auch schön“ stellt in den kommenden Wochen viele solcher Orte vor und gibt Tipps, was sich in Bochum ganz Besonderes erleben lässt. In der dritten Ausgabe heißt es: Ab an die Bochumer Teiche und Seen!

Ein bisschen tropisches Feeling mitten in Bochum? Dafür muss man nicht in die Südsee fliegen, sondern einfach nur ein paar Kilometer hinter dem Ruhrpark auf der Werner Straße Richtung Harpener Teiche abbiegen. Ursprünglich handelte es sich um einen Klärteich des Bergbaus und das ist nicht gerade untypisch für Gewässer im Ruhrgebiet: Die Verbindung zum Bergbau findet sich immer wieder. So auch bei Teichen und Seen in Bochum, die heute fast alle ein Naherholungsgebiet bieten.

Mineralreiches Grubenwasser der ehemaligen Zeche Robert Müser färbt das Wasser der Harpener Teiche Türkis ein und für einen kurzen Moment kommt Urlaubsfeeling auf. Der hohe Chloridgehalt im Wasser kann allerdings zu einer gewissen Geruchsbildung führen – aber dafür bietet der Abschnitt gerade im Sonnenlicht ein perfektes Instagram-taugliches Fotomotiv. Doch nicht nur Südseefeeling haben die Harpener Teiche zu bieten. Auch sind sie Lebensraum zahlreicher verschiedener Tierarten, wie Stockenten, Haubentaucher oder Schwäne, die sich manchmal auch auf den Wegen rund um den See beobachten und antreffen lassen.

Zu Fuß geht es gut drei Kilometer weiter zunächst entlang des Harpener Bachs und später vorbei am Oelbach zum Ümminger See in Bochum-Langendreer. Die Geschichte des Sees reicht sogar bis ins Mittelalter zurück, als es sich dabei noch um zwei Mühlenteiche des Hofes Schulte-Suntum handelte. Im 18. Jahrhundert dann verunreinigte Grubenwasser den See, das durch den Bau des Dorothea-Erbstollens der Zeche Vollmund entstand. Absetzteiche, also künstlich angelegte Teiche, die zur Klärung von Abwasser angelegt werden, sollten die Verunreinigungen stoppen. Seit 1976 ist die gesamte Teichanlage zu einem Naherholungsgebiet umgebaut. Ob eine Rollschuhbahn, die zugleich auch Heimat des Skaterhockey-Vereins „Bochum Lakers“ ist, ein großer Spielplatz oder eine Hundewiese – der Ümminger See bietet zahlreiche Aktivitäten für die ganze Familie an.

Kein Wunder also, dass der See auch durch das städtische Programm „Grüne Infrastruktur“ gefördert wird und neue Wege am Ost- und Südufer entstanden. Wer den ehemaligen großen Asphaltplatz am Unterstand des Ostufers sucht, der sucht vergebens. Denn dieser wurde in eine Rasenfläche umgewandelt. Alles noch ein bisschen grüner. Für Radfreunde bietet die Sanierung neue Fahrradständer und Bänke. Bis 2021 sollen auch die Wege des Nord- und Westufers saniert sein.

Wer wiederum etwas über die Natur am See lernen möchte, kann sich dem „Grünen Klassenzimmer“ widmen. Ein Sitzkreis aus Natursteinbrocken lädt dazu ein, sich mit dem Fernrohr ein bisschen im und um das Gebiet des Sees umzusehen. In Kooperation mit der Biologischen Station östliches Ruhegebiet werden außerdem unter dem Motto „Raus in die Natur“ Spaziergänge mit einer Biologin um den See angeboten. Wer also mal ein bisschen mehr Natur mitten in Bochum erleben will, ist an den Bochumer Teichen gut aufgehoben.

Quelle: Stadt Bochum
Photo:  © Stadt Bochum (André Grabowski/Lutz Leitmann)  und  © MMB/Below

 


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