Wahnsinn: Messerscharfe Wolkenkante über Deutschland!


(Bonn). Am Donnerstag (1.11.) bildete sich im Laufe des Tages eine markante Wolkenkante, die insbesondere in Bayern von vielen Menschen ungläubig bestaunt wurde. Satellitenaufnahmen zeigen, dass das Wetterphänomen von der Ostsee bis weit nach Afrika reichte. Wie kam es zu diesem Phänomen?

Wolken zeigen unterschiedliche Luftmassen an

Die messerscharf ausgeprägte Wolkenkante reichte am Donnerstagabend von der Ostsee bis nach Algerien und Mali. „Für uns Meteorologen besonders interessant ist das Wolkenband, welches den Jet-Stream anzeigt.“, sagt Matthias Habel von WetterOnline. Dabei handelt es sich um eine Zone mit besonders hohen Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern. Dieses Starkwindband legt sich üblicherweise leicht mäandrierend in einer West-Ost-Ausrichtung über die Nordhalbkugel der Erde. Piloten nutzen die hohen Windgeschwindigkeiten gerne, um die Flugzeit von Amerika nach Europa zu verkürzen und so auch Kerosin einzusparen.

Ausgebeulter Jet-Stream saugt Sahara-Staub auf

Aufgrund der aktuellen Wetterlage hat sich der Jet-Stream in den vergangenen Tagen weit nach Süden ausgebeult. Auf dem Atlantik strömt die Luft daher weit in Richtung Äquator, um erst über Mauretanien und Mali nach Osten einzudrehen und anschließend über Algerien, Tunesien und Italien wieder nach Norden in Richtung Skandinavien zu fließen. Über der Sahara kann die Luft dabei große Mengen Staub aufnehmen, an dem die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu Wolken kondensiert. In der Folge entstand am Donnerstag das mehr als 4000 Kilometer lange Wolkenband.

Westwind führt trockene Luft heran

Unmittelbar an den nördlichen Bereich des Wolkenbandes schloss sich über Deutschland und Italien eine Zone an, in der Westwind herrschte. In diesem Bereich fehlte der Sahara-Staub. Die Luft war zudem kälter und trockener, so dass sich keine Wolken bilden konnten. Die Wolkenkante zeigte am Donnerstag somit eindrucksvoll an, wo in der Höhe die trockenen und klaren Westwinde auf die feuchteren und mit Staub angereicherten Südwinde des Jet-Streams trafen.

Quelle: WetterOnline
Photo:  © Matthias Henze / WetterOnline / WetterMelder Deutschland


 

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