UMWELTTELEFON: Warum Insektenhotels und was mache ich mit einem Bienennest?


(Niederhein). Sind Wildbienen die Wildform der fleißigen Honiglieferanten? Schließlich ist der Name ähnlich und sie haben auch einen Stachel. Aber im Gegensatz zu den Honigbienen sind die Wildbienen bis auf die Hummeln, die auch dazugehören, Einzelgängerinnen und Einzelgänger.

Hinter der Bezeichnung „Wildbiene“ verbergen sich rund 500 verschiedene Bienenarten allein in Deutschland. Es gibt z.B. winzige Exemplare von nur wenigen Millimetern Größe bis hin zu bis zu drei Zentimeter langen „Riesen“. Einige haben einen starken Pelz, andere sind „nackt“. Die zurückgezogen lebenden und wenig bekannten Wildbienen sind schützenswert! Sie sind wichtig für die Bestäubung vieler Wild- und Kulturpflanzen.
Die EU schätzt, dass der Wert der Bestäubung durch Wildbienen in Europa etwa 14 Milliarden Euro pro Jahr beträgt. Ob Sand, Mauernischen oder Holz, es gibt kaum einen Lebensraum, der nicht von ihnen besiedelt wird. Dennoch sind sie in ihrem Bestand bedroht.

Nützliche Tipps vom Amt für Natur- und Umweltschutz

Die Expertinnen und Experten des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises geben daher wichtige Tipps: Gartenbesitzerinnen und Grundstücksbesitzer sollten einheimische Blumen und Stauden pflanzen, die Nektar anbieten. Ein Garten muss nicht top gepflegt sein für Insekten – eher im Gegenteil: Gestapeltes Altholz, Stängel von Sonnenblumen, Holunder und Königskerze, die den Winter über stehen gelassen werden, oder auch sandige, nicht verschlossene Stellen im Garten werden gerne von Wildbienen angenommen. Auch wirkungsvoll sind Nisthilfen: Abgelagertes Holz von Buche, Eiche oder Obstgehölz mit waagerechten Bohrungen versehen und an trockenen, sonnigen sowie Wind geschützten Stellen aufgestellt bzw. aufgehangen eignet sich als Wildbienenheim genauso wie Hohlstängel von Bambus, Schilf oder Stroh. Mauerbienen nisten auch gerne in Blöcken aus Holzbeton oder gebranntem Ton. Wer gerne werkelt, kann viele „Baustoffe“ zu einem Insektenhotel kombinieren und mit einer Lehmwand als Rückwand ergänzen.

Wichtig: Die meisten Wildbienen können den Menschen nicht stechen, weil ihr Stachel zu fein oder zu weich ist, um die Haut zu durchdringen. Auch sind sie nicht aggressiv, da sie ihr Nest nicht verteidigen. Wer also ein Bienennest im Garten oder am Haus vermutet, sollte dieses nicht unbedacht vernichten, sondern eine Fachfrau oder einen Fachmann zu Rate ziehen. Sie oder er kann beurteilen, um welche Art es sich handelt und wie das Nest am besten zu behandeln ist. Nähere Auskünfte rund um das Thema Wildbienen erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer 02241/13-2200.

Quelle:  Pressestelle Rhein-Sieg-Kreis
Photo:   © MMB/Below

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1 Kommentar

  1. Gut, dass Sie nochmal auf den Punkt mit dem „Stechen“ eingegangen sind. Viele Menschen wissen das aus Unkenntnis heraus nicht und haben deshalb Ängste vor Wildbienen.

    Ich kann übrigens aus eigener sowie auch aus der Erfahrung anderer Leute sagen, dass das gezielte Aufstellen von Nisthilfen im eigenen Garten durchaus Sinn macht, insofern im naturbelassenen Garten viele Pflanzen als Nahrungsquelle vorhanden sind.

    Auch das Aufstellen einer Tränke oder das Anlegen eines Teiches macht hier sehr wohl Sinn.

    Herzliche Grüße,
    Bertram

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