NABU-HATTINGEN: Frühlingsgefühle trotz winterlichem Schmuddelwetter


(Hattingen). Waldspaziergänge und Wanderungen werden in der Isolation, die uns die Pandemie auferlegt, attraktiver und immer mehr Menschen interessieren sich dafür, was sie auf bei ihrer Erholung in der Natur sehen und hören. Im Moment sind das Trommler, Heuler und Segler aber auch die ersten Sänger lassen sich vernehmen.

Ein besonderes Naturerlebnis bieten jetzt, vor allem früh morgens oder abends nach Einbruch der Dämmerung Eulen mit ihren Balzgesängen. „Derzeit ist besonders der Waldkauz aktiv“, sagt Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger vom NABU in Hattingen. „Während die Eulen, leider nur bei ruhigen Wetter, mit ihrem Gesang beeindrucken, versuchen Greifvögel tagsüber mit akrobatischen Balzflügen zu imponieren. Die länger werdenden Tage bringen auch andere Vögel in Hochzeitsstimmung, so ist der Buntspecht mit seinem lauten Trommeln weit zu hören“, erklärt der Vogelexperte weiter.

Das schaurig-schöne „schuu-hu-huuuu!“ – vielen Menschen auch aus Nachtszenen in den Fernseh-Krimis bekannt — schallt jetzt während der Dämmerung wieder durch die Parks, Wälder und großen Friedhöfe mit altem Baumbestand. Urheber dieses Gesangs ist Europas häufigste Eulenart, der Waldkauz. Er ist der erste, der mit der Frühjahrsbalz beginnt. Aber auch andere heimische Eulen, wie der große Uhu oder der kleine Steinkauz sind bereits aktiv. „Früher als viele andere Vogelarten beginnen die Eulen dann meist im März, Uhu und Waldkauz gelegentlich schon im Februar mit der Brut. Sie gewinnen damit wertvolle Zeit für die Jungenaufzucht.“

Die Balz der Greifvögel ist im Gegensatz zu der der Eulen gut sichtbar. „Mäusebussard und Habicht sind bei gutem Wetter beispielsweise über den Wäldern des Hügellandes bei akrobatischen Balzflügen zu sehen. Auffällig ist der „Girlandenflug“ der Bussarde. Sie stürzen aus der Höhe nach unten, fangen sich ab und steilen wieder hoch. Das geht über mehrere Kilometer so.“ Die Vögel demonstrieren so ihren Besitzanspruch an das Revier. Auch bei den Wanderfalken, einziger Brutplatz in Hattingen am Hochofenkamin des Industriemuseums, herrscht Hochzeitsstimmung. „Der Falkenmann beweist seine Fähigkeit eine Familie zu versorgen, in dem er seiner Angebeteten Beute, geschlagene Vögel, überreicht.

Auch die heimischen Spechte wie Bunt- und Schwarzspecht werden durch die länger werdenden Tage in Balzstimmung versetzt. Sie machen durch das charakteristische Trommeln an hohlen Ästen und Stämmen auf sich aufmerksam. In den Gärten lassen jetzt auch Meisen, Rotkehlchen und bald auch Zaunkönig und Heckenbraunelle die ersten Gesangsstrophen hören.

Quelle:   Thomas Griesohn-Pflieger / NABU Ortsgruppe Hattingen
Photos:  © Thomas Griesohn-Pflieger / NABU Ortsgruppe Hattingen

 


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