DORTMUND: Mehr Biodiversität im Stadionumfeld – mehr Pflanzen- und Insekten-Vielfalt


(Dortmund). Seit seiner Neugründung Anfang 2020 hat sich das Dortmunder Grünflächenamt mehr Nähe zur Natur als zentrales Ziel gesetzt. Seitdem werden die städtischen Grünanlagen und Parks Zug um Zug so naturnah wie möglich umgestaltet. Dortmund zählt mit seinen rund 600.000 Einwohner*innen und einer Fläche von 281 Quadratkilometern zu den größten Städten Deutschlands. 

Dortmund gehört mit 63 Prozent Grünanteil im Stadtgebiet zu den grünsten Städten der Republik

Um diesen Grünflächenanteil noch artenreicher und damit wertvoller zu machen, pflegt das Grünflächenamt eine große Nähe zu den Bürger*innen, denn es ist klar, die Dortmunder*innen sollen sich für das Ziel der naturnahen Umgestaltung ihrer Grünflächen begeistern und sich im Idealfall zum Gelingen der Idee selbst mit einbringen.

Aber es braucht auch große und starke Partner aus der Stadtgesellschaft, um Nachhaltigkeitsprojekte schneller zu realisieren und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit der SIGNAL IDUNA Gruppe und Borussia Dortmund wurden zwei solche Partner gefunden.

Grünflächenamt, Borussia Dortmund und SIGNAL IDUNA Gruppe sorgen für mehr Pflanzen- und Insekten-Vielfalt.

Gemeinsam wurde im Oktober 2020 der Startschuss gegeben für das derzeit größte Nachhaltigkeitsprojekt in Dortmund: in der Grünanlage Maurice-Vast-Straße – zwischen den Westfalenhallen und dem Westfalenpark. Bereits im Frühsommer 2021 entwickelte sich dort eine wunderschöne Wildblumenwiese. Jetzt wurden weitere Teilbereiche des Projekts fertiggestellt.

„Artenreichtum und Pflanzenvielfalt sind unser aller Lebensgrundlage“, sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Und da ist es wichtig, dass wir unsere Grünflächen so fit und vielfältig machen wie nur möglich. Wir haben schon viel Grün, aber es könnte ruhig noch mehr werden und eben auch bunter, nicht nur grün. Jeder Hektar, der mehr Naturraum in die Stadt bringt, ist wichtig. Und wirklich toll ist, dass wir mit Borussia Dortmund und der SIGNAL IDUNA Gruppe zwei verlässliche Partner an der Seite haben, die diesen Weg mit uns aus Überzeugung gemeinsam gehen wollen.“

Keimzelle der Idee war das Nachhaltigkeitsprojekt der SIGNAL IDUNA direkt im Umfeld der Hauptverwaltung. Es beruht auf einer Planung der Dipl.-Biologin Kirsten Gulau aus Hamburg. Zehn wichtige Teilprojekte sind Bestandteil der Planung. Dazu gehören beispielsweise eine „Schatten-Oase“, ein „Naschgarten“ und viele weitere Lebensräume für Bienen und heimische Insekten.

Ergänzende Planungen erfolgten durch die Ausbildungsabteilung des Grünflächenamtes. Da es sich um ein Projekt handelte, das in vielfacher Hinsicht auch Bestandteile der Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer enthält, passte auch die Realisierung des Nachhaltigkeitsprojektes zur Ausbildungsabteilung des Grünflächenamtes und wurde von dort koordiniert. Auch Auszubildende der SIGNAL IDUNA halfen tageweise bei der handwerklichen Entwicklung des Areals. Ebenso unterstützte die Schreinerei der Versicherungsgruppe das Projekt mit dem Bau von Wildbienenhotels und Igel-Unterkünften.

Das für jedermann zugängliche Nachhaltigkeitsprojekt ist nun mit einer umfangreichen Beschilderung ausgestattet, sodass das Areal gut auf eigene Faust erkundet werden kann. Der so entstandene Lehrpfad lädt Kinder, Familien und Schulklassen, aber auch Passant*innen dazu ein, sich über die ökologischen Zusammenhänge unserer heimischen Natur zu informieren.

„Unser gemeinsames Projekt zeigt eindrucksvoll, wie aus einem Konzept gelebte ökologische Nachhaltigkeit wird. Wir haben hier einen offenen Raum geschaffen, der nicht nur unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern allen Spaziergängern vielfältige Möglichkeiten bietet, sich mit den verschiedenen Themenwelten zu beschäftigen. Mit der Realisierung dieses Projektes wollen wir auch andere Unternehmen zu ähnlichen Schritten inspirieren. Denn Nachhaltigkeit geht uns alle an. Und wie wir hier sehen, können wir gemeinsam besonders viel erreichen“, betont Ulrich Leitermann, Vorsitzender der Vorstände der SIGNAL IDUNA Gruppe.

Durch die Informationen des Lehrpfades führt die Biene EMMA. Das Maskottchen wird zukünftig innerhalb des Projektes über den BVB KidsClub und die BVB-Stiftung „leuchte auf“ zu lehrreichen Entdeckungstouren und weiteren ökologischen Bildungsprojekten an diesen Ort einladen.

„Die nachhaltige Entwicklung ist für den BVB eins der wesentlichen Themen auf der Agenda der kommenden Jahre. Wir wissen um unsere besondere Strahlkraft, die wir in dieses Gemeinschaftsprojekt gerne einbringen, um gerade die jüngsten BVB-Fans für den Schutz der heimischen Natur zu sensibilisieren und zu begeistern. Gemeinsam wird hier gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen“, sagt Carsten Cramer, Geschäftsführer bei Borussia Dortmund.

Das Nachhaltigkeitsprojekt im Bereich der Grünanlage Maurice-Vast-Straße ist das Herzstück eines noch größeren Nachhaltigkeitsprojektes in der Nachbarschaft. Das gesamte Projektgebiet umfasst eine Fläche, die im Norden von der B1, im Süden durch die Bolmke, im Osten durch den Westfalenpark und im Westen durch die Wittekindstraße begrenzt wird. In diesem Gebiet wurden seit Anfang des Jahres 2021 eine Vielzahl Wildblumenwiesen, insbesondere in den Zufahrtskreiseln B 54 und Ardeystraße, angelegt. Weiterhin wurden die Grünbereiche der Parkplatzflächen im gesamten Veranstaltungsbereich rund um Stadion und Messezentrum mit Felsbrocken gegen das Falschparken abgesichert und gleichzeitig wurden auch dort Wildblumenwiesen angelegt.

Die nunmehr fertiggestellten Teilprojekte werden künftig wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Gesamtprojekt wird in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Einbeziehung der Rosenterrassen

Als nächstes widmet sich das Grünflächenamt der Einbeziehung der Rosenterrassen. Auch dort sollen mit mehreren Teilprojekten Blumen sowie Wildbienen und andere Insekten mehr Lebensraum und Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. Das Ziel einer großräumigen Vernetzung der Bereiche Westfalenpark, Grünanlage Maurice-Vast-Straße, der vielen Kleingartenanlagen im Bereich der Bolmke, Wittekindstraße usw. sowie der Rosenterrassen ist somit grundsätzlich schon greifbar.

 

Quelle: Stadt Dortmund 
Photo:  © Stadt Dortmund


ERFAHREN SIE MEHR:

→  …über weitere Beiträge und Meldungen aus Dortmund und dem Umland


→  …über interessante Meldungen und Infos rund um die Artenvielfalt im Revier


→  …über Weitere Informationen rund um das Projekt im Stadionumfeld und zu den zukünftig dort stattfindenden Aktionen


Antworten

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.