DIE GEBÄNDERTE PRACHTLIBELLE


(Wikipedia). Die Gebänderte Prachtlibelle ist eine Libellenart aus der Familie der Prachtlibellen (Calopterygidae). Sie bewohnt langsam fließende Bäche, kleinere Flüsse und krautreiche Kanäle, die nicht zu sehr verschmutzt sind sowie ausreichend besonnt werden.

Die fertig entwickelten Tiere erreichen eine Flügelspannweite von 6,5 bis 7 Zentimetern und eine Körperlänge von etwa 5 Zentimetern. Die abgebildete Exemplare sind aus dem ERIN-Park in Castrop-Rauxel und einen kleinen Blachlauf in den Mendener Ruhrauen.


MERKMALE:
Die Männchen sind metallisch blau gefärbt, die Weibchen metallisch grün.

FUTTERPFLANZEN:
Larven in Fließgewässern: Ernähren sich von Flohkrebsen und kleinen Insektenlarven z.B. der Kriebelmücke

BESONDERHEITEN UND FLUGZEITEN: 
Die frisch geschlüpften Imagines schwärmen nach dem Aushärten in die Umgebung aus, wo sie sich auf Wiesen und an Waldrändern aufhalten und nach kleinen Insekten jagen. Innerhalb von zehn Tagen haben sie ihre Reifezeit abgeschlossen, wobei die Geschlechtsreife nach drei Tagen eintritt. Die nun ausgefärbten und erwachsenen Tiere kehren ans Schlupfgewässer zurück.

Die Flugzeit der reifen Gebänderten Prachtlibellen dauert etwa von Mitte Mai bis Anfang September, mit einem Höhepunkt von Mitte Juni bis Anfang August. Am Fortpflanzungsgewässer sind sie nur bei Temperaturen von mindestens 16 °C aktiv. Tagsüber halten sie sich ab dem Morgen am Gewässer auf (vergleiche „Fortpflanzungsverhalten“), während sie zur Nacht Ruheplätze aufsuchen, die bei den Männchen 20 bis 40, bei den Weibchen bis zu 70 m vom Gewässer entfernt liegen können. Dabei handelt es sich um Bestände aus dichter krautiger Vegetation, etwa Röhrichte, ungemähte Wiesen oder auch Getreidefelder. Gelegentlich werden Schlafgemeinschaften aus Dutzenden Individuen, meist Männchen, gebildet.

GEFÄHRDUNG UND SCHUTZ:
Die Bestände der Gebänderten Prachtlibelle sind insbesondere durch Verschmutzung, Kanalisierung und intensive „Unterhaltung“ von Fließgewässern vielerorts zurückgegangen. Weitreichende wasserbauliche Maßnahmen wie Begradigungen, Verrohrungen, Uferverbauungen und Aufstauungen von Fließgewässern haben die Lebensräume dieser Libelle stark eingeschränkt; die verbliebenen Biotope werden oft durch Abwassereinleitungen, Düngemittel- und Pestizideintrag sowie Eingriffe wie die manchmal bereits sommerlich stattfindende Mahd von Ufervegetation und die Entkrautung des Wasserkörpers beeinträchtigt.

Der Weltbestand wird von der International Union for Conservation of Nature IUCN in der Ausgabe 2009 der Roten Liste gefährdeter Arten als ungefährdet (Least Concern) eingestuft. Da sie etwas weniger empfindlich auf anthropogene Umweltveränderungen reagiert als die Blauflügel-Prachtlibelle, wird sie in der aktuellen Roten Liste Deutschlands als Art der „Vorwarnliste“ geführt; in vielen Bundesländern gilt sie aber bereits als gefährdet.

In Deutschland steht sie unter Naturschutz; so wird sie in der Bundesartenschutzverordnung wie alle Arten der Ordnung Libellen (Odonata) im Anhang 1 als besonders geschützte Art geführt und ist entsprechend auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Stand. Mai 2019


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

CALOPTERYX SPLENDENS  ( Harris, 1782 )

= GEBÄNDERTE PRACHTLIBELLE
= Banded demoiselle
= Weidebeekjuffer


SYSTEMATIK:

Klasse: Insekten ( Insecta )
Ordung: Libellen ( Odonata )
Unterordnung: Kleinlibellen ( Zygoptera )

Überfamilie: Calypterygoidea 
Familie: Prachtlibellen ( Calopterygidae )
Gattung: Calypteryx


MITMACH-AKTION:

Haben Sie vielleicht ebenfalls eine Sichtung dieser oder einer anderen hier beschriebenen Pflanzen- oder Tierart im Verbreitungsraum Ruhrgebiet gemacht? Schildern Sie uns und unseren Lesern doch Ihre Entdeckung mit ein paar Stichworten (wann, wie, wo?) und ca. 4-6 Fotos und senden uns dieses per eMail zur Veröffentlichung zu:

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GEMELDETE SICHTUNGEN:

Sichtungen im Revier


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QUELLEN:

↑ Heiko Bellmann: Der Kosmos Libellenführer. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-440-10616-7.

↑ Klaus Sternberg & Rainer Buchwald: Calopteryx splendens (Harris, 1782), Gebänderte Prachtlibelle. S. 187–202 In: Sternberg/Buchwald (Hrsg.): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1. Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-3508-6.

↑ Die Gebänderte Prachtlibelle (www.wikipedia.org)

 

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