DER BUCHSBAUM-ZÜNSLER


(Wikipedia). Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde und sich heute zur invasiven Spezies entwickelt hat. Die Raupen können Schäden durch Kahlfraß an Buchsbaum verursachen.

MERKMALE  ( Falter und Raupen )
Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 40 bis 45 Millimetern. Die Vorderflügel sind zumeist seidig weiß gefärbt und mit einem breiten schwarzbraunen Band am Vorderrand sowie am Saum versehen. Auffällig sind eine kleine, braun gefärbte Ausbuchtung in das Mittelfeld sowie ein daneben befindlicher halbmondförmiger, weißer Fleck. Die Hinterflügel sind ebenfalls seidig weiß und zeigen einen breiten braunen Saum. Zuweilen erscheinen auch gänzlich braun gefärbte Exemplare (siehe Galeriefotos oben), bei denen jedoch der weiße Fleck vorhanden ist.

Die Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel.



VORKOMMEN UND LEBENSRAUM
Der Buchsbaumzünsler ist in Ostasien (Japan, China, Korea, Indien, Ferner Osten) beheimatet. In Europa tritt er – vermutlich durch den internationalen Handel mit Baumschulware – als Neozoon auf: Erstmals wurde er 2006 aus Deutschland gemeldet, daraufhin 2007 aus der Schweiz und den Niederlanden; 2009 aus Frankreich, Großbritannien und Österreich; 2011 wurde der Buchsbaumzünsler erstmals aus Ungarn, Rumänien und der Türkei gemeldet; er ist auch aus der Slowakei und Belgien bekannt.

In Mitteleuropa wurden seine Raupen erstmals in Deutschland gefunden, zunächst in Baden-Württemberg, im Raum Basel und am Oberrhein, anschließend auch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und in den Niederlanden. Bei Basel führte er im Zusammenhang mit einem gleichzeitigen Befall des Bestandes mit der Schlauchpilzart Cylindrocladium buxicola bis 2011 auch zum völligen Absterben eines jahrhundertealten Buchsbaumwaldes bei Grenzach-Wyhlen.



LEBENSWEISE
Die Falter sitzen auf der Unterseite von Blättern, meist nicht auf Buchsbäumen, sondern an anderen Pflanzen. Sie können gut und schnell fliegen und kommen nachts auch ans Licht. Die Lebensdauer der Weibchen beträgt etwa acht Tage. Zur Eiablage suchen sie gezielt nach Buchsbäumen; pro Jahr können bis zu vier Buchsbaumzünslergenerationen entstehen. Die Raupen der letzten Eiablage des Jahres überwintern in Kokons zwischen den Blättern oder in Ritzen in der Nähe der Pflanzen. Sie halten sich zum Schutz in Kammern auf, die aus Blättern geformt und mit Fäden verklebt werden, die von der Raupe selbst erzeugt werden. Bei Gefahr kann sie sich an einem solchen Faden auch schnell hinablassen. Die Kokons sind recht dicht gesponnen und erschweren die Bekämpfung dieser Schadinsekten.



SCHADWIRKUNG
Bedeutende Schäden richtet der Buchsbaumzünsler auch in Privatgärten und öffentlichen Gartenanlagen an. In Mitteleuropa durchlaufen die Raupen ab Mitte März bis Anfang April (beginnend ab einer Temperatur von 7 °C) bis zur Verpuppung sechs bis sieben Larvenstadien. Man kann davon ausgehen, dass von Frühjahr bis Spätsommer ca. alle 2 bis 3 Monate eine neue Buchsbaumzünslergeneration entsteht. Auch bevorzugen die Buchsbaumzünsler-Weibchen zum Eierlegen Buchsbäume, die noch nicht befallen wurden, was wiederum die Ausbreitung begünstigt. Die Raupen verursachen Kahlfraß an verschiedenen Buchsbaum-Arten, so an dem hier beheimateten Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens), in Asien dagegen auch an dem in Deutschland seltenen Kleinblättrigen Buchsbaum (Buxus microphylla). Dieser ist hier in den Varietäten koreana und japonica im Handel verbreitet.



GIFTIGKEIT
Die Larven des Buchsbaumzünslers lagern einige der über 70 bekannten Gifte des Buchsbaums ein, insbesondere dibasische Triterpene (Alkaloide), während monobasische eher verstoffwechselt und weniger eingelagert werden. Die jungen Raupen bevorzugen die älteren Blätter im Inneren des Busches, die einen höheren Gehalt der Toxine aufweisen. Damit werden gerade die kleineren Raupen für potentielle Fressfeinde geschmacklich unattraktiv und auch giftig. Trotzdem wurden Singvögel (insbesondere Meisen) beim wiederholten Verfüttern großer Buchsbaumzünslerraupen an ihre Nachzucht beobachtet.

 

Stand: Juni 2020


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

CYDALIMA PERSPECTALIS ( Walker, 1859 )

= BUCHSBAUMZÜNSLER
= Cydalima perspectalis
= Buxusmot


SYSTEMATIK:

Klasse: Insekten ( Insecta )
Ordnung: Schmetterlinge ( Lepidoptera )

Familie:  Crambidae
Unterfamilie: Spilomenlinae
Gattung: Cydalima


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