LWL zeichnet Bochumer Stadtpark als Denkmal des Monats aus


(Bochum). Der 1876 entstandene Stadtpark Bochum ist der älteste von einer Stadtverwaltung initiierte Park im westfälischen Ruhrgebiet. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat die zweimal erweiterte Anlage als Denkmal des Monats Mai ausgezeichnet.

140 Jahre Gartenkultur im Pott

So wie in Bochum entstanden in vielen deutschen Städten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Stadtparkanlagen, die gartenkünstlerisch gestaltet waren und vielen Anforderungen zu genügen hatten: Sie sollten Naturerlebnis ermöglichen, der Erholung dienen, Bildungsfunktionen erfüllen, Spiel- und Sportflächen aufweisen und für jedermann zugänglich sein.

„Trotz zahlreicher punktueller Veränderungen, die in der Geschichte von Grünanlagen unvermeidlich sind, hat der Bochumer Stadtpark sein ursprüngliches Gepräge in Form einer kontrastreichen Abfolge landschaftlicher Szenerien weitgehend bewahrt“, erklärt LWL-Denkmalpfleger Uwe Siekmann. „In den vergangenen Jahren ließen Sturmschäden an den Bäumen, Erosionsschäden an den Wegen und die aus Kostengründen veränderte Pflege befürchten, dass der historische Wert der Anlage beeinträchtigt wird. Die Stadt Bochum hat dem aber entgegengewirkt, indem sie ein Parkpflegewerk erstellen ließ.

Erste Maßnahmen sind schon umgesetzt. Hier kann bürgerschaftliches Engagement helfen, indem Interessierte Patenschaften für bestimmte Parkbereiche übernehmen.“ Um einen Einblick in die laufenden und die künftigen Maßnahmen im Stadtpark zu geben, veranstaltet die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur gemeinsam mit der Stadt Bochum am 1. Juni ab 15 Uhr eine Parkführung (Anmeldung: http://www.lwl.org/einblick-bochumer-stadtpark).

Hintergrund

Der Bochumer Stadtpark entstand ab 1876 nach einem Entwurf des Gartenarchitekten Anton Strauß aus Köln. Geschwungen geführte Parkwege verlaufen durch ausgedehnte Wiesenbereiche mit heimischen und exotischen Einzelbäumen, Baum- und Strauchgruppen, die sich zu den Parkrändern hin zu geschlossenen Waldpartien verdichten. Von der Terrasse des oberhalb eines Fontänenteiches gelegenen, repräsentativen Parkrestaurants bietet sich eine Aussicht auf die nahegelegene Bochumer Innenstadt.

Seine heutige Ausdehnung verdankt der Bochumer Stadtpark zwei Erweiterungen. Rund zehn Jahre nach Fertigstellung des Areals wurde von 1889 bis 1892 nördlich an den Park angrenzend ein Wald aufgeforstet, und in der Zeit von 1899 bis 1905 wurden im nördlich daran anschließenden Gelände ein weiterer Teich mit Wasserfall, ein Rosengarten und eine Wiese nach einem Entwurf des Gartenarchitekten Ernst Finken angelegt.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg Kriegsschäden beseitigt werden mussten, wurden Teile des Parks erneuert. So entstand der in der gartenkünstlerischen Formensprache der 1950er-Jahre gestaltete Dahliengarten, der Rosengarten wurde modern überarbeitet und auf der großen Wiese legte man einen Kinderspielplatz an. Dabei blieben die von Anton Strauß und Ernst Finken geschaffenen parkräumlichen Strukturen weitestgehend erhalten.

„Heute präsentiert sich der 31 Hektar große Stadtpark mit seinen verschiedenen Teilbereichen als eine in das bewegte Relief eingebettete Anlage, die ganzjährig zum Besuch einlädt und vor allem zur Zeit der Rhododendrenblüte im Frühjahr und zur herbstlichen Laubfärbung der Bäume eine hohe Anziehungskraft hat“, so Siekmann.

Quelle:  LWL
Photo:  © LWL/Siekmann

 

 

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