WELTBODENTAG: Düsseldorfer Umweltamt informiert über schutzwürdige Böden…


(Düsseldorf). „Bodenbewusstsein – Eine Reise durch die Düsseldorfer Bodenwelt“ heißt die Broschüre, die das Düsseldorfer Umweltamt jetzt anlässlich des Weltbodentages am Mittwoch, 5. Dezember, vorgestellt hat. Darin werden viele Themen rund um den Bodenschutz aufgegriffen. Die Leser erhalten darüber hinaus praktische Tipps für den Alltag, für Ausflugsziele und Möglichkeiten, sich selbst aktiv für den Bodenschutz zu engagieren. „Die natürliche Entwicklung eines fruchtbaren Oberbodens dauert mehrere 100 Jahre. Aus diesem Grund ist der sparsame und schonende Umgang mit Grund und Boden Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, betonte Umweltdezernentin Helga Stulgies.

Broschüre informiert über schutzwürdige Böden und Aktivitäten zum Bodenschutz

Für Menschen, die sich mit dem Thema Boden beschäftigen, ist zum Beispiel das Rotthäuser Bachtal ein lohnendes Ausflugsziel. Mit seinen Feuchtbiotopen, Quellen, Fischteichen und Auenwäldern bietet es vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Westlich davon sind einige alte Hohlwege gut erhalten, die zu einem Spaziergang einladen. Das Ergebnis der Umwandlung eines ehemaligen Güterbahnhofs in eine rund vier Hektar große Parkanlage ist weiter westlich an der Toulouser Allee zu sehen: Der heutige Maurice-Ravel-Park ist ein Beispiel für ein erfolgreich umgesetztes Flächenrecyclingprojekt – dort wurden neue Naherholungsflächen geschaffen und die beiden Stadtteile Pempelfort und Düsseltal miteinander verbunden.

Eine Reise in die Welt des Bodens

Demgegenüber gehen durch die Umwandlung von Freifläche in Siedlungen und Verkehrswege in Nordrhein-Westfalen noch immer täglich rund 10 Hektar Freifläche verloren. Bodenverdichtungen, Schadstoffeinträge, Abgrabungen oder auch Versiegelungen tragen zusätzlich zu einer Beeinträchtigung der Böden bei. Dies kann je nach Ausmaß des Bodeneingriffs bis hin zu einem vollständigen Funktionsverlust führen.

Böden sind neben Wasser und Luft eine der wichtigsten Grundlagen des Lebens. Sie filtern das Regenwasser, sind natürliche Klimaanlage, archivieren die Stadt- und Naturgeschichte und speichern Wasser. Auch für unsere Ernährung spielen sie eine wichtige Rolle, „denn nur auf gesunden Böden wachsen gesunde Lebensmittel“, erläutert die Umweltdezernentin. Um die vielfältigen Funktionen der Böden zukünftig besser in Planungsprozessen berücksichtigen zu können und die wertvollen Böden effektiver zu schützen, hat das Umweltamt Karten erarbeitet, die zeigen, wo der Boden die wichtigen Funktionen besonders gut erfüllt.

Die Bodenfunktionskarte ermöglicht die Identifizierung von Böden mit einer hohen Funktionserfüllung. Dazu zählen Extremstandorte für seltene Pflanzen oder Tiere, Böden mit guten Speichereigenschaften für Wasser und Nährstoffe sowie Böden mit einem guten Schadstoffrückhaltevermögen. Von besonderer Bedeutung sind auch Archivböden als Zeugen der Natur- und Kulturgeschichte. Beispiele hierfür sind zum Beispiel die Grafenberger Sande (Böden aus tertiären Lockergesteinen) oder auch die Hohlwege (Zeugen historischer Wegeverbindungen) westlich des Rotthäuser Bachtals.

Ein weiterer Gesichtspunkt der Bodenbewertung stellt die Bodenkühlleistung dar. Diese wird in einer eigenen Karte dargestellt. Parks und Freiflächen sind die natürliche „Klimaanlage“ der Stadt. In Sommernächten ist es etwa in der dicht besiedelten Innenstadt um bis zu 10 Grad/Celsius wärmer als in den ländlichen Stadtteilen. Möglich ist dies, weil das in Böden gespeicherte Wasser von der Bodenoberfläche und über die Vegetation verdunstet. Dieser Vorgang wird als Bodenkühlleistung bezeichnet. Die Wirkung ist abhängig von den klimatischen Bedingungen, aber auch von den Bodeneigenschaften und der Bepflanzung.

Hintergrund: Weltbodentag
Der Weltbodentag wurde im Jahr 2002 durch die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) ins Leben gerufen. Mit vielen Aktionen wird seitdem auf die Bedeutung des Bodens aufmerksam gemacht. Auch der „Boden des Jahres“ wird an diesem Tag für das folgende Jahr bekannt gegeben.

Quelle: Landeshauptstadt Düseldorf
Photo:  © Lars Heidrich / Landeshauptstadt Düsseldorf

 


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