RUHRVERBAND: Tiefenwasser der Ennepetalsperre wird vorsorglich belüftet


(Essen). Gut einen Monat nach der Möhnetalsperre hat der Ruhrverband in dieser Woche auch an der Ennepetalsperre mit der Belüftung des Tiefenwassers begonnen. Dabei wird über zwei jeweils 200 Meter lange perforierte Leitungen reiner Sauerstoff in die tiefste und kälteste Wasserschicht, das so genannte Hypolimnion, eingeperlt. Mit der Vorsichtsmaßnahme wird der Sauerstoffgehalt in einer Tiefe von unter 20 Metern erhöht, um einem eventuellen Fischsterben vorzubeugen.

Anreicherung mit reinem Sauerstoff beugt einem eventuellen Fischsterben vor

Die engmaschigen Kontrolluntersuchungen des Kooperationslabors hatten in den vergangenen Tagen darauf hingedeutet, dass der Sauerstoffgehalt in der tiefsten Wasserschicht der Ennepetalsperre auf unter drei Milligramm pro Liter absinken könnte. Hier jedoch halten sich die kälteliebenden Fischarten auf, die bei zu geringen Sauerstoffgehalten von einem Fischsterben bedroht wären. Um dem vorzubeugen, werden in den kommenden Wochen pro Stunde rund 50 Kilogramm Sauerstoff in das Talsperrenwasser eingebracht. Beendet werden kann die Vorsichtsmaßnahme erst, wenn Herbststürme, kühlere Temperaturen und erhöhte Zuflüsse die im Sommer relativ stabile Temperaturschichtung im Talsperrenwasser durcheinanderwirbeln und sich der nahezu sauerstofffreie „Riegel“ in der Sprungschicht zwischen dem kalten Tiefen- und dem warmen Oberflächenwasser wieder auflöst. Dieser Riegel, der unter bestimmten klimatischen Randbedingungen durch natürliche sauerstoffzehrende Abbauprozesse des abgestorbenen Phyto- und Zooplanktons entsteht, hindert nämlich die Fische daran, bei Sauerstoffmangel im Tiefenwasser in andere Wasserschichten auszuweichen.

Der Ruhrverband hat auch die Sauerstoffgehalte in seinen übrigen Talsperren intensiv im Blick, Vorsichtsmaßnahmen wie an der Möhne- und der Ennepetalsperre sind derzeit jedoch nicht erforderlich. Dass Talsperren belüftet werden müssen, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich und sagt nichts über die – in allen Talsperren des Ruhrverbands ausgezeichnete – Wasserqualität aus. An der Ennepetalsperre wurde zuletzt 2019 vorsorglich Sauerstoff ins Tiefenwasser eingeblasen und damit wie auch schon 2018 ein Fischsterben verhindert.

Quelle: Ruhrverband 
Photo:  © Ruhrverband

 


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