DIE SOCORRO-TAUBE


(Wikipedia). Die Socorrotaube (Zenaida graysoni), auch Graysontaube genannt, ist eine endemische Art, die ausschließlich auf der vor der west-mexikanischen Küste gelegenen Pazifik-Insel Socorro heimisch war. Nachdem auf der Insel eine Militärbasis eingerichtet worden war, wurde der Bestand dieser extrem zutraulichen Tiere in den 1960er-Jahren durch eingeschleppte, verwilderte Katzen und durch Bejagung im Freiland stark dezimiert. Im Freiland wurde sie zuletzt 1972 beobachtet, seitdem gilt sie in freier Wildbahn als ausgestorben.

AUSSEHEN UND LEBENSRAUM

Die Socorrotaube kann 20 bis 25 cm groß werden und hat ein rötlich- bis zimtbraun gefärbtes Gefieder. Der Schnabel ist kurz und schlank, rötlich gefärbt und an der Spitze dunkel. Der Geschlechtsdimorphismus ist nur sehr geringfügig ausgeprägt. Die Männchen haben lediglich ein etwas glanzreicheres Gefieder als die Weibchen. Die Taube hat ursprünglich – vermutlich paarweise – sehr unterschiedliche Biotope besiedelt, sowohl Wald- als auch Küstengebiete. Socorrotauben ernähren sich von Samen und Obst, von Grünfutter und von kleineren Insekten.

ERHALTUNGSZUCHTEN

In den USA und in Deutschland überlebten um die 100 Tiere, so dass es durch gezielte Nachzuchten in Tierparks und Zoologischen Gärten gelang, die Art zumindest in Gefangenschaft zu erhalten; das Zuchtbuch im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die Socorrotaube wird im Zoo Frankfurt geführt. Die Nachzucht weist eine Reihe von Problemen auf. Viele der von privaten Haltern gezüchteten Socorrotauben sind durch gelegentliche Kreuzung mit Carolinatauben (Zenaida macroura) Hybride. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Socorrotaube bis zu Beginn der 1980er Jahre als eine Unterart der Carolinataube galt. Ein weiteres Problem ist das hohe Aggressionsniveau der Männchen. Die Paare müssen getrennt voneinander überwintert werden, bei wieder zusammengeführten Paaren verfolgt das Männchen das Weibchen sehr aggressiv. Eine Gemeinschaftshaltung ist grundsätzlich nur mit kleineren Vögeln anderer Familien möglich. Es ist ein Fall belegt, in dem die Tauben sogar Pennantsittiche töteten. Das stark aggressive Verhalten ist jedoch möglicherweise auch der Grund, warum sich die Socorrotaube auf Socorro als eigenständige Art entwickeln und eine Besiedlung durch Carolinatauben verhindern konnten. Die Insel wurde 16 Jahre nach dem Aussterben dieser Taubenart durch Carolinatauben erfolgreich besiedelt.

WIEDERANSIEDLUNG

Durch Bejagung der verwilderten Katzen soll künftig eine Rückführung von Socorrotauben in ihr Ursprungsgebiet ermöglicht werden. Hierzu wurden auf der Insel Socorro, die zu den Revillagigedo-Inseln gehört, bereits Volieren errichtet, um dort erste Tiergruppen zumindest in geschützter Haltung wieder ansiedeln zu können. Inzwischen wurde das Projekt zur Wiederansiedelung der Socorrotaube in das mexikanische „Aktionsprogramm für den Artenschutz“ aufgenommen; der weltweite Bestand wurde im Januar 2018 auf bis zu 170 Tiere geschätzt.

 


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

ZENAIDA GRAYSONI  ( LAWRENCE 1871 )

= SOCORRO-TAUBE oder GRAYSON-TAUBE
= Socorro dove
= Socorrotreurduif


SYSTEMATIK:

Klasse: Vögel ( Aves )
Ordnung:  Taubenvögel ( Columbiformes )
Familie: Tauben ( Columbidae )
Gattung: Trauertauben ( Zenaida )


MITMACH-AKTION:

Haben Sie vielleicht ebenfalls eine Sichtung dieser oder einer anderen hier beschriebenen Pflanzen- oder Tierart im Verbreitungsraum Ruhrgebiet gemacht? Schildern Sie uns und unseren Lesern doch Ihre Entdeckung mit ein paar Stichworten (wann, wie, wo?) mit ca. 5-10 qualitativ gute Fotos (bitte nur querformatige Bilder) und senden uns diese per eMail zur Veröffentlichung zu:

Redaktion NATURSCHUTZruhr
Für Anfragen erreichen Sie uns täglich über: redaktion@naturschutz.ruhr
Ihre Sichtungsmeldungen samt Foto(s) senden Sie uns bitte an: mail@naturschutz.ruhr

GEMELDETE SICHTUNGEN:

Sichtungen im Revier


ERFAHREN SIE MEHR:

→   … über alle im Ruhrgebiet vorkommenden Tauben


→   … über die Wahl zum „Singvogel des Jahres“ (von 2000 bis heute)


→   … über interessante  – hier in der Region lebende –  Zootiere?


Antworten

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.