DIE GROSSE BRENNNESSEL


(Wikipedia). Die Große Brennnessel ist eine Pflanzenart der Gattung der Brennnesseln (Urtica) in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae).

MERKMALE
Die Große Brennnessel ist eine zweihäusige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 300 Zentimeter erreicht. Sie wurzelt bis 70 Zentimeter tief. Der aufrechte, unverzweigte oder verzweigte Stängel ist stark kantig und hat einen Durchmesser von 3 bis 5 Millimeter. Über ihr kräftiges Rhizom bildet sie Ausläufer und kann so zu großen Horsten heranwuchern. Blätter und Stängel sind mit kieselsäureverstärkten Brennhaaren bewehrt. Daneben sind zusätzlich kurze, graue Borstenhaare zu finden sowie kleine vierzellige Drüsenhaare, oft mit runden Perldrüsen an der Basis.

Die Blätter stehen gegenständig, die Blattstiele sind in der Regel weniger als ein Drittel so lang wie die herzförmige, zugespitzte Spreite. Diese ist matt, oberseits dunkelgrün und unterseits behaart, zwischen 6 und 20 Zentimeter lang und 2 bis 13 Zentimeter breit. Der Blattrand ist gesägt, selten doppelt gesägt. Die linealisch-pfriemlichen Nebenblätter sind frei. Der Stiel des Tragblattes ist meist kürzer als der Blütenstand, eine Rispe. Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. 

VORKOMMEN
Die Große Brennnessel ist überall auf der Nordhalbkugel abseits der Tropen und arktischer Regionen heimisch. In Südeuropa und Nordafrika ist sie weniger verbreitet, doch regional gewöhnlich. Die Pflanze ist ein typischer Stickstoffzeiger und wurde durch Nährstoffeintrag (Eutrophierung) und Entwässerung von Auwäldern oft übermäßig stark gefördert, besonders im Saumbereich der Wälder. Ebenso zeigen Brennnesseln eine starke Assoziation mit den stickstoffangereicherten (früheren) Aufenthaltsorten von Menschen und Tieren.

ÖKOLOGIE
Die Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober, die Ausbreitung der Früchte erfolgt sehr vielseitig als Ballon- oder Flügelflieger, als Schwimmer oder auch als Anhafter im Tierfell.

Die Große Brennnessel dient zahlreichen Schmetterlingsraupen als Nahrungspflanze. Arten wie Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge sind monophag, ernähren sich also fast ausschließlich von ihr. Auch für die Gepunktete Nesselwanze ist sie eine wichtige Nahrungspflanze. Die Wurzeln sind Nahrung für den Großen Hopfen-Wurzelbohrer.

Dem Rostpilz Puccinia urticata dient die Große Brennnessel als Zwischenwirt, auf der er einen auffälligen, gelborangen, raupenförmigen Fruchtkörper ausbildet, bevor er zur weiteren Entwicklung auf Seggen (Carex) wechselt.

PHARMAKOLOGIE UND KOSMETIK
Als Heildroge werden frische oder getrocknete Brennnesselblätter (Urticae folium), getrocknetes Brennnesselkraut (Urticae herba) und getrocknete Wurzel (Urticae radix) verwendet. Sie werden als Tees, Extrakte oder Fertigpräparat angewandt.

Für die Blätter bzw. das Kraut ist bei innerer Anwendung ein leicht harntreibender Effekt belegt, innerlich wie äußerlich werden sie auch gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt. Extrakte der Wurzel werden zur Linderung von Miktionsbeschwerden in den Anfangsstadien der benignen Prostatahyperplasie gebraucht; welcher der enthaltenen Wirkstoffe dafür verantwortlich ist, ist noch unklar. In der Volksmedizin und der Homöopathie existieren noch weitere Nutzungen, deren Wirkung unbelegt ist.

In der Kosmetikindustrie dienen aus der Brennnesselwurzeln oder -blättern erzeugte Bereitungen als Zusatz zu Shampoos, Haarwässern und Haarwuchsmitteln, da sie die Durchblutung des Haarbodens stärken.

Stand: Mai 2019


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

URTICA DIOICA ( L. )

= GROSSE BRENNNESSEL
= Stinging nettle
= Grote Brantnetel


SYSTEMATIK:

               EUROSIDEN I
Ordnung: Rosenartige ( Rosales )
Familie: Brennnesselgewächse ( Urticaceae )
Tribus: Urticeae
Gattung: Brennnesseln ( Urtica )


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