ESSEN-WEST: Der Salamanderfresser schlägt gnadenlos zu


(Essen). Ein – vermutlich aus Asien – eingeschleppter gefährlicher Pilz bedroht in noch nie dagewesenem Ausmaß die hiesige Feuersalamander-Population. Der pathogene Pilz, auch bekannt unter dem Namen „Bsal“ oder „Salamanderfresser“ wurde in 2015 zuerst in Deutschland entdeckt. Über die Niederlande, Belgien und dann die Eifel und den Aachener Raum, sind jetzt die Feuersalamander in Essen befallen.

Unser Naturfotograf Andreas Schäfer hat seit Dezember 2017 mittlerweile 43 (!) befallene, tote und verweste Feuersalamander in einem Waldgebiet in Essen-West entdeckt und für uns fotografisch festgehalten (siehe Sichtungs-Galerie). Da bei Kontakt wichtige Verhaltensmaßnahmen zu beachten sind, sind diese Fotos auch von wissenschaftlichem Interesse.

Wikipedia schreibt:Batrachochytrium salamandrivorans („Bsal“, auch „Salamanderfresser“) ist ein pathogener Chytridpilz, der die Haut von Salamandern und Molchen befällt. Er wurde vermutlich mit aus Asien stammenden Terrarientieren eingeschleppt und stellte sich erst vor Kurzem als potenzielle Bedrohung für europäische und nordamerikanische Arten heraus; im Oktober 2015 wurde er auch erstmals in Deutschland nachgewiesen, aus einer privaten Haltung.

Der Pilz wurde 2013 anhand eines Stammes beschrieben, der aus Hautgewebe eines Feuersalamanders isoliert worden war. Die unbekannte Art hatte vorher Feuersalamander-Populationen in den Niederlanden bis zu 96 % dezimiert und wurde auch schon in Belgien nachgewiesen.Molekularphylogenetische Analysen bestätigten die neue Art als nahen Verwandten des bekannten Chytridpilzes Batrachochytrium dendrobatidis. Wie diese Art verursacht auch Bsal eine Chytridiomykose, die sich durch Hautläsionen auszeichnet und letztendlich zum Tod der Tiere führt.

In einer weiteren Studie wurde geschätzt, dass sich diese neue Art in der späten Kreidezeit oder dem frühen Paläogen von B. dendrobatidis trennte. Die Autoren zeigten, dass Froschlurche und Blindwühlen gegen diese neue Art immun waren, während sie im Experiment tödlich für viele europäische und nordamerikanische Schwanzlurche war. Ostasiatische Molche waren bis zu einem gewissen Grad resistent gegenüber dem Erreger, der außerdem an einem über 150 Jahre alten Museumsexemplar des japanischen Schwertschwanzmolches nachgewiesen wurde. Dies lässt vermuten, dass der Pilz sich ursprünglich in Koevolution mit Schwanzlurchen in Ostasien entwickelte, die sein natürliches Reservoir bilden. Nach Europa wurde er dann erst vor relativ kurzer Zeit eingeschleppt, vermutlich durch den Handel mit Arten wie den Feuerbauchmolchen.“

Quelle: Wikipedia und Naturschutz.ruhr
Photo:  © Naturfotografie Andreas Schäfer


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