HATTINGEN: Antrag auf naturnahe Entwicklung der Ruhr gestellt


(Düsseldorf). Die Antragsunterlagen für die wasserrechtliche Planfeststellung für die naturnahe Entwicklung der Ruhr und ihrer Aue liegen der Bezirksregierung Arnsberg seit heute (08.02.2019) zur Genehmigung vor.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert europaweit einen guten Zustand der Gewässer. Die Bäche und Flüsse sollen wieder lebendiger gestaltet und somit auch für die Menschen erlebbarer werden. Die naturnahe Entwicklung der Ruhr bei Hattingen ist eines in einer Reihe von Renaturierungsprojekten, die die Bezirksregierung Düsseldorf im Bereich der Unteren Ruhr plant, die aber schließlich eine durchgehende Kette von der Mündung in den Rhein bis in den Oberlauf bilden sollen.

Die von der Bezirksregierung Düsseldorf geplante Umgestaltung der Ruhr in Hattingen ist ein wichtiger Baustein der Maßnahmen, die die natürliche Fließdynamik der Ruhr und die Anbindung der Aue an den Fluss verbessern soll. Das Gewässerbett der Ruhr wird abschnittsweise angehoben, um die angestrebte Vielfalt an Strömungs- und Substratverhältnissen zu erreichen. Dies ist der Grundstein für die Renaturierung. Die weitere Entwicklung überlassen wir der Ruhr.

Projektleiter Jürgen Klingel (Dezernat Wasserwirtschaft) | © MMB/Below

Die Ruhr ist in früheren Zeiten zur Schiffbarmachung in ein schmales Bett gezwängt und mit tausenden von Buhnen und Längsbauwerken befestigt worden. Diese Befestigungen aus Wasserbausteinen haben dazu geführt, dass sie sich tief in das Gewässerbett eingeschnitten und den Kontakt zu ihrer Aue verloren hat. Ein derartig ausgebauter Fluss kann den gewässertypischen Arten kaum geeigneten Lebensraum bieten.

Ziel ist es, der Ruhr auf einigen Abschnitten im Winzer Bogen wieder mehr Raum zu geben, so dass sie dort von ihrem engen „Korsett“ befreit wird, um sich anschließend von alleine weiter entwickeln zu können. Zahlreiche der bestehenden Buhnen bleiben erhalten, andere werden so verändert, dass die Ruhr mehr Raum für die Entwicklung naturnaher Ufer erhält. Verbunden ist der einseitige und abschnittsweise Rückbau der Uferbefestigungen mit einer Aufweitung des Gewässerbettes.

Die Planung erfolgte in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, Institutionen, der Fachöffentlichkeit und Interessenvertretungen.

Am 18. Dezember 2018 wurde die Planung dem Tiefbauamt, der Denkmalbehörde der Stadt Hattingen, dem „Initiativ-Kreis zum Erhalt des Ruhrbogens“ und weiteren interessierten Bürgern nochmals vorgestellt. Es bestand seitens der Teilnehmer ein breiter Konsens für die Pläne zur Umgestaltung.

„Wir sind überzeugt“, so Jürgen Klingel vom Dezernat Wasserwirtschaft, „dass mit dieser Renaturierung die Ruhr sich wieder eigenständig entwickeln wird, so dass Fluss und Aue wieder eine Einheit bilden, wie es sein sollte und wie es in erfolgreich umgesetzten Renaturierungsprojekten (z. B. an der oberen Ruhr) auch heute schon beobachtet werden kann“.

Quelle:  Bezirksregierung Düsseldorf, Derzernat für Wasserwirtschaft
Grafik: © Bezirksregierung Düsseldorf, Derzernat für Wasserwirtschaft
Photo:  © MMB/Below


Antworten

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere

1 Kommentar

  1. Gerd Walther

    Artikel Hattingen: Antrag auf naturnahe Entwicklung der Ruhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Div. Aussagen in dem o. a. Artikel – offensichtlich entnommen aus der Pressemitteilung 009 der Bezirksregierung Düsseldorf – sind falsch. Ich habe bei der Pressestelle am 13. Februar sofort Widerspruch eingelegt und um Richtigstellung gebeten. Insbesondere geht es um die Textpassage „es bestand seitens der Teilnehmer (also einschließlich des Initiativkreises zum Erhalt des Ruhrbogens) ein breiter Konsens für die Umgestaltung“.
    Der Initiativkreis lehnt den Umbau der Ruhr zwischen Hattingen und Bochum-Dahlhausen voll umfänglich ab. Wir setzen uns für den vollständigen Erhalt des 7 km langen Ruhrabschnitts einschließlich Buhnen und Schleusen ein. Der Abschnitt steht als Industriedenkmal seit zwei Jahren unter Denkmalschutz. Die hiesige Presse hat den Widerspruch mehrfach veröffentlicht
    Auch können wir nach langjähriger Abstimmung und Analysen mit Naturschützern die Formulierung nicht akzeptieren, dass „ein ausgebauter Fluss den gewässertypischen Arten kaum geeigneten Lebensraum bietet“. Hierzu liegen entsprechende Briefe bei den zuständigen Ministerien, den Bezirksregierungen Düsseldorf und Arnsberg und div. anderen Institutionen vor. Gerne kann ich Unterlagen hierzu nachreichen.
    Ich bitte daher um Korrektur des Artikels.
    Mit besten Grüßen
    Gerd Walther – Sprecher des Initiativkreises zum Erhalt des Ruhrbogens

    Antwort
Wordpress Social Share Plugin powered by Ultimatelysocial