NABU HATTINGEN: Vogeljunge sind unterwegs…


(Hattungen/Ruhr). Es tschilpt und tschirpt in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Die ersten Jungvögel sind schon unterwegs und es werden jetzt täglich mehr. Den NABU erreichen in diesen Tagen vermehrt Fragen, die sich auf angeblich „elternlose Vogelküken“ beziehen.

Der NABU rät hier: Erstmal Finger weg! „Die Vogeljungen sind unerfahren und im Fliegen noch etwas ungeübt und wirken deshalb oft hilflos. Sie aufzunehmen, ist aber falsch verstandene Tierliebe“, so Thomas Griesohn-Pflieger vom Hattinger Nabu. Die halbflüggen Vogelkinder sollte man in der Regel einfach sitzen zu lassen. Und wichtig: Katzenbesitzer sollten in den nächsten Wochen ihre Stubentiger morgens und abends im Haus behalten.

Auf Wiesen oder auf Wegen sitzen derzeit scheinbar verlassene, noch nicht ganz flugfähige Jungvögel, die herzzerreißend rufen. Die Vogeljungen schreien jedoch nicht um Hilfe, sondern betteln um Futter und halten so Kontakt zu ihren Eltern. Sie sitzen in der Nähe des verlassenen Nestes und werden von den Vogeleltern versorgt. „Bitte die Jungvögel unbedingt an Ort und Stelle lassen. Greift der Mensch in dieser sensiblen Phase ein, unterbricht er die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel“, erklärt der Nabu. Die Rugf der Kleinen dienen dazu, die Eltern über den Stadnort des Jungvogels zu informieren. Bis zu 24 Stunden lang werden sie von ihren Eltern gesucht. Hilfe benötigen befiederte Jungvögel deshalb nur, wenn sie nach zwei bis drei Stunden immer noch nicht von einem Altvogel gefüttert wurden.

Droht den flauschigen Federbällen Gefahr durch Katzen oder Straßenverkehr, können sie ohne Probleme kurz aufgenommen und in Hörweite am Fundort umgesetzt werden, am besten in eine Astgabel oder einen Busch. „Anders als bei zum Beispiel Rehkitzen nehmen Vogeleltern ihre Jungen wieder an, wenn diese von einem Menschen berührt wurden“, sagt der Nabu-Vogelschützer .

Wer Katzen besitzt, sollte seinen Stubentiger für einige Tage wenigstens morgens und abends im Haus halten. Die halbflüggen Jungvögel sind leichte Beute und Katzen sind einbedeutender Faktor beim Schwund der Singvögel in den Siedlungen. „Ein naturnaher Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen, wo Vögel Beeren, Würmer und Insekten finden und sich überall gut verstecken können, ist die beste Vogelhilfe“, so Isolde Füllbeck, zweite Vorsitzende des Nabu-Kreisverbandes.

Sind die jungen Vögel alle ausgeflogen, sind die Vogeleltern noch lange nicht fertig. Nach einer kurzen Verschnaufpause starten viele Vogelarten mit einer zweiten und einige sogar dritten Brut. „Die Brutsaison beschränkt sich nicht nur auf den Frühling, wie viele Leute glauben. Viele unserer Gartenvögel, wie die Kohl- und Blaumeise, brüten bis zu dreimal in einem Jahr und das dauert bis in den August hinein“, sagt Miriam Hansbauer. Wer einen Nistkasten besitzt, muss diesen nach der ersten Brut nicht säubern. Nur wenn mit absoluter Sicherheit über etwa fünf Tage hinweg kein Vogel ein– und ausfliegt, kann man die Nisthilfe reinigen.

Quelle: NABU-Ortsgruppe Hattingen im NABU Ennepe-Ruhr-Kreis e.V.
Photo:  © MMB/Below

 


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