NABU: Marienkäferinvasion im Herbst


(Düsseldorf). Kleine Käfer sorgten am vergangenen Wochenende an vielen Orten für große Verwunderung. Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren flogen stellenweise Tausende Marienkäfer durch die Luft und ließen sich auf allem nieder, was sich anbot – Balkongeländer, Hauswände, Pflanzen, Mensch, Rucksack oder Brotdose. Hauptsächlich handelte es sich dabei um den Asiatischen Marienkäfer, aber auch heimische Arten wie der Siebenpunkt-Marienkäfer mischen sich darunter. Zu Hunderten krabbeln sie dabei auch schon mal durch geöffnete Fenster in mutmaßlich zum Überwintern geeignete „Hohlräume“. Der NABU ruft alle Betroffenen dazu auf, unerwünschte Eindringlinge mit Hilfe von Kehrblech und Handfeger wieder sanft hinaus zu befördern.

Glücksbringer auf der Suche nach Winterquartieren

„Alle Marienkäfer haben die letzten Sonnentage genutzt, um sich auf ihre Wanderung in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen“, erklärte Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des Landesfachausschusses Entomologie im NABU NRW, das alljährlich auftretende Naturschauspiel. „Krabbeln sie dabei durch offene Fenster in unsere Wohnungen, so geschieht dies eher zufällig“, erklärt der NABU-Insektenfachmann weiter. Die Marienkäfer, die hier überwintern, machten es sich am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Dachsparren. Auch Laubhaufen in Gärten seien beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit – oft fänden sich hier größere Ansammlungen.

Allein in Mitteleuropa bringen es diese Käfer auf 70 verschiedene Arten. „Den größten Teil stellt aber mittlerweile der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis). Ursprünglich zur Schädlingsbekämpfung im Gartenbau eingeführt, breitet er sich immer weiter aus und verdrängt aufgrund seiner Lebensweise und seiner hohen Vermehrungsrate langfristig die heimischen Marienkäferarten“, so Jelinek. So fresse der Asiatische Marienkäfer  nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven und Larven konkurrierender Marienkäferarten sowie viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer könnten von fast völlig orangerot bis ganz schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare des Asiatischen Marienkäfers haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken.

Ihrem Ruf als Glücksbringer würden Marienkäfer aber in jedem Fall gerecht: „Wer viele im Garten hat, ist gut dran, denn im Frühjahr werden sie wieder antreten zur biologischen Blattlausbekämpfung. Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen“, sagt Jelinek.

Quelle:  NABU/NRW
Photo:   © MMB/Below

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