DIE ROTHALSGANS


(Wikipedia). Die Rothalsgans (Branta ruficollis) gehört innerhalb der echten Gänse (Anserini) zu den Meergänsen (Branta). Wie alle Gänse gehört sie zur Familie der Entenvögel (Anserinae).

Sie ist eng mit der Ringelgans (Branta bernicla) verwandt.

ERSCHEINUNGSBILD

Die Rothalsgans ist die farblich bunteste der Meergänse. Das Gefieder ist schwarz mit sehr deutlich erkennbaren weißen Konturlinien. Wie der Name bereits andeutet, ist die Brust rostrot gefärbt. Auch hier sind die roten Farbfelder durch weiße Zwischenlinien klar voneinander und vom umgebenden Schwarz abgesetzt. Die Flankenstreifen sind weiß. Der Rücken und der Bauch sind schwarz, während der Ober- und der Unterschwanz weiß sind. Rothalsgänse haben zudem einen kurzen Schnabel und relativ dicken Hals. Die Schwimmfüße sind schwarz und haben eine Schwimmhaut zwischen den Zehen. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich. Beide werden etwa 55 cm lang und 1 bis 1,5 kg schwer. Im Flug ist die Rothalsgans auffällig schmalflüglig. Deutlich erkennbar sind zwei helle Flügelbinden. Jungvögel sind weniger kontrastreich ausgefärbt als Alttiere.

Die Mauser beginnt bei nichtbrütenden Gänsen etwa um den 15. Juli. Bei brütenden Rothalsgänsen beginnt sie einige Tage später. Rothalsgänse sind in dieser Zeit für mehrere Wochen flugunfähig. Die Vollmauser ist in der Regel um den 20. August herum abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Junggänse flügge. Bei ihnen hält die Teilmauser ihres Jugendkleides allerdings auch noch nach dem Flüggewerden an.

ERNÄHRUNG

Rothalsgänse ernähren sich von Gras, insbesondere Queller, heute zunehmend von Weizen und Mais, die Jungvögel auch von Insekten.

LEBENSRAUM

Als Zugvogel zieht die Rothalsgans zwischen ihrem Brutgebiet in der europäischen Arktis, insbesondere dem westlichen Sibirien und ihren Überwinterungsgebieten in Zentralasien, insbesondere Kasachstan, dem Südirak und in Südosteuropa, dort insbesondere an der westlichen Schwarzmeerküste, umher. Seltener kommt sie auch in Westeuropa vor, wo man vereinzelte Tiere oft zusammen mit Ringelgänsen findet. Bei diesen Tieren handelt es sich häufig um Gefangenschaftsflüchtlinge, die ihrem Halter entkommen sind. Oftmals werden sie aber auch in kleinen Zoos oder Parks als Ziervögel gehalten. Einzelne Rothalsgänse gehören allerdings auch zu den in den arktischen Tundren Russlands brütenden Populationen, die normalerweise in Bulgarien, Rumänien und der Ukraine überwintern.

Im Winterquartier zeigen Rothalsgänse einen sehr festen Tagesrhythmus. Noch vor Sonnenaufgang fliegen die ersten Schwärme der Rothalsgänse auf, um zur nächsten Süßwasserstelle zu ziehen. Der Abflug zieht sich in der Regel über 40 bis 45 Minuten hin. Er endet gewöhnlich mit dem Aufbruch des Hauptschwarmes, der aus einigen tausenden von Rothalsgänsen bestehen kann. Sofort nach Sonnenuntergang beginnt der Rückflug zu den Übernachtungsplätzen.

GEFÄHRDUNG

Vermutlich durch den DDT-Einsatz in den 1950er und 1960er Jahren und den damit einhergehendem Rückgang von arktischen Greifvögeln (in deren Schutz die Rothalsgans brütet) sowie eine massive Bejagung war der Bestand dieser Art dramatisch zurückgegangen. Erst ein umfassender Schutz der Art auf dem gesamten Zugweg konnte den Rückgang aufhalten und eine Erholung bewirken.

Die Gesamtzahl der Vögel wird von der IUCN auf knapp 40.000 geschätzt, unterschiedliche Zählungen kommen aber zu sehr verschiedenen Ergebnissen. Die Art wird als „gefährdet“ eingestuft. Rothalsgänse gelten heute insbesondere durch (illegale) Bejagung in ihren Wintergebieten, aber auch durch die Vernichtung ihres Lebensraumes als gefährdete Vogelart und sind durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen sowie als Art des Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt..


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

BRANTA RUFICOLLIS ( PALLAS 1769 )

= ROTHALSGANS
= Red-breasted goose
= Roodhalsgans


SYSTEMATIK:

Klasse: Vögel ( Aves )
Ordnung: Gänsevögel ( Anseriformes )
Familie: Entenvögel ( Anatidae )
Unterfamilie: Gänse ( Anserinae )
Stamm: Echte Gänse ( Anserini )
Gattung: Meergänse ( Branta )


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