DER HECKEN-WINDENKNÖTERICH


(Wikipedia). Der Hecken-Windenknöterich oder Hecken-Knöterich (Fallopia dumetorum (L.) Holub; Syn.: Polygonum dumetorum L.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Flügelknöteriche (Fallopia) in der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Sie kommt in den gemäßigten Breiten Eurasiens vor und wächst an Hecken und Gebüschen sowie Waldsäumen und Lichtungen.

MERKMALE 
Fallopia dumetorum ist eine einjährige, krautige Pflanze. Der meist 60 bis 150 Zentimeter, seltener bis zu 3 Meter lange Stängel wächst kriechend und kletternd und rechts-windend; er ist im Unterschied zum recht ähnlichen Windenknöterich (Fallopia convolvulus) rund und glatt. Alle Pflanzenteile sind kahl. Die Wurzel ist spindelförmig. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Am Grunde des Blattstiels findet sich eine Nektargrube. Die Blattspreite ist länglich zugespitzt und am Spreitengrund pfeilförmig bis herzförmig gebuchtet mit zwei seitlichen, dreieckigen oder abgerundeten Lappen.

Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September. Die lockeren, seiten- oder endständigen und scheinährigen Blütenstände enthalten zwei bis fünf Blüten. Die 5 bis 8 Millimeter langen Blütenstiele sind unterhalb der Mitte gegliedert. Die Blütenhülle ist zur Fruchtzeit 7 bis 9 Millimeter lang. Die grün-weißlichen, braunen oder rötlichen, 1 bis 3 Millimeter breiten Blütenhüllblätter sind drüsenlos und kahl. Die drei äußeren sind häutig geflügelt, wobei die Flügel am oberen Ende abgerundet sind sowie an ihrer Basis etwas am Stiel herablaufen. Die – im Unterschied zu Fallopia convolvulus – glatte, glänzende und schwarze Nuss ist 2,5 bis 3 Millimeter lang und dreiseitig mit abgerundeten Kanten und fällt mit dem oberen Teil des Blütenstandes ab.

ÖKOLOGIE
Als Spreizklimmer bildet der Hecken-Windenknöterich oft dickichtartige Pflanzenbestände. Bemerkenswerterweise gehört er zu den wenigen Pflanzenarten, die sowohl rechts- als auch linksherum winden können, dies ist sogar bei demselben Exemplar möglich.

Die homogamen Blüten sind nur bei Sonnenschein ausgebreitet. Anfangs erfolgt nur Insektenbestäubung, später ist jedoch spontane Selbstbestäubung möglich.

Wegen der geflügelten, bleibenden Perigonblätter erfolgt Windausbreitung der Früchte als Drehflügler.

Es werden kleine, verkehrt-eiförmige und -herzförmige, dreiflügelige und valvenartig Flügelfrüchte mit breiten Flügeln gebildet.

VORKOMMEN UND VERBREITUNG
Der Hecken-Windenknöterich kommt in den gemäßigten Breiten Eurasiens vor. In Europa reicht die Verbreitung nordwärts bis Südschweden, in Asien ostwärts bis nach Nordostchina und ins Amurgebiet. In Mitteleuropa ist der Hecken-Windenknöterich im Norddeutschen Tiefland verbreitet bis häufig. In Mitteldeutschland kommt er in Niederungen und im Hügelland vor, im Bergland ist er selten. In Süddeutschland kommt er vor allem in Flusstälern mit warmem Klima (z. B. an Oberrhein und Neckar) vor und ist in großen anderen Gebieten sehr selten (z. B. südlich der Donau). 

STANDORTE UND VERGESELLSCHAFTUNG
In Mitteleuropa kommt der Hecken-Windenknöterich zerstreut bis häufig an Hecken und Gebüschen sowie Waldsäumen und Lichtungen vor. Er wächst auf meist frischen, nährstoffreicheren Standorten mit kalkarmen bis kalkreichen Sand- und Lehmböden. Oft ist die Art in Ufergebüschen und Auwäldern zu finden. Dort bildet sie teils mit anderen Kletterpflanzen undurchdringliche Dickichte (verdämmend wirkende Schleiergesellschaften).

Der Hecken-Windenknöterich ist oft entweder mit Kletten-Labkraut und Taubenkropf oder mit Hopfen, Großer Brennnessel, Kratzbeere, Vogel-Wicke, Wiesen-Platterbse, Echter Zaunwinde und der Rotfrüchtigen Zaunrübe vergesellschaftet. Bisweilen bildet er auf feuchten, graslosen Böden die einzige Vegetation, in der sich dann auch die Gemeine Nachtkerze findet. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Gesellschaften des Verbands Alliarion, kommt aber auch in anderen Gesellschaften der Unterklasse Galio-Urticenea vor..


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

FALLOPIA DUMETORUM   ( L. ) HOLUB

  = HECKEN-WINDENKNÖTERICH
  = Copse bindweed
  = Heggenduizendknoop


SYSTEMATIK:

                 Eudikotyledonen
                 Kernneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige ( Caryophyllales )
Familie:   Knöterichgewächse ( Polygonaceae )
Unterfamilie:   Polygonoideae
Gattung:  Flügelknöteriche ( Fallopia )


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