TIERPARK + FOSSILIUM BOCHUM: Riesiger Müllstrudel im Tierpark


(Bochum). Ein riesiger Müllstrudel aus leeren Chipstüten, Joghurtbechern, Wasserflaschen und anderen Plastikverpackungen empfängt aktuell die Besucher des Tierpark + Fossilium Bochum im Aquarienhaus. Gleich nebenan bedecken weitere Berge an Kunststoffabfällen eine gesamte Scheibe des zurzeit unbewohnten Terrariums. Zwischen Mülltüten, Kosmetik- und Lebensmittelverpackungen haben sich Plastikfische und Fotos von Quallen und anderen Meeresbewohnern verfangen.

FÖJ-ler kämpfen gegen Meeresverschmutzung

Mit diesem provokanten Kunstprojekt wollen drei Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) im Bochumer Tierpark auf ein ganz akutes Umweltproblem aufmerksam machen: Die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll. Pünktlich zum Auftakt der „Our Ocean“-Konferenz, die vom 05. bis 06. Oktober 2017 auf Malta stattfindet, wurde das Plastikprojekt fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben.

Der Tierpark + Fossilium Bochum beteiligt sich als einer von über hundert Zoos und Aquarien an der weltweiten Umweltschutzkampagne „World Aquariums Against Marine Litter“, die sich dem Schutz der Ozeane verschrieben hat und auf die „Our Ocean“-Konferenz auf Malta aufmerksam machen soll. Zum ersten Mal ist die Europäische Union Gastgeber dieser internationalen Veranstaltung, die Meeresexperten auf Regierungsebene, aus der Bevölkerung und der Wirtschaft zusammenbringt.

Der Bochumer Zoo ist außerdem Einsatzstelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und bildet regelmäßig junge Menschen, während eines Übergangsjahres zwischen Schule und Ausbildung oder Studium, in den Bereichen Tier-, Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltigkeit aus. Jule Schrage (17), Constantin Hummel (16) und Luca Dörmann (18) haben ihr FÖJ im August im Tierpark begonnen und sich seitdem intensiv mit dem Thema „Meeresverschmutzung“ auseinandergesetzt. Um auch die Besucher des Zoos auf diese Problematik aufmerksam zu machen, haben die FÖJler in den vergangen Wochen ein ganz besonderes Kunstwerk geschaffen. „In den Ozeanen der Erde haben sich mehrere gigantische Plastikinseln gebildet.

Millionen Tonnen von Plastikmüll kreisen im Nordpazifik

Unter anderem schwimmt im Nordpazifik ein riesiger Strudel aus Millionen Tonnen von Plastikmüll, der eine Fläche einnimmt, die zweimal so groß ist wie Deutschland. Das ist kaum vorstellbar! Daher wollten wir in einer Tieranlage, die zurzeit umgebaut wird, diesen Strudel in verkleinerter Form nachbauen“, erklärt Jule Schrage das Projekt. Zusammen mit ihren beiden Kollegen und den anderen TierparkMitarbeitern sammelte die Siebzehnjährige dafür jeden Tag ihren anfallenden Plastikmüll, um diesen anschließend zu einem ca. 3 m hohen, trichterförmigen Gebilde zu verarbeiten. „Wir befürchteten zunächst, nicht ‚genügend‘ Müll ansammeln zu können, um den Strudel und den zweiten Teil des Terrariums zu füllen, aber es hat tatsächlich gereicht“, erinnert sich Luca Dörmann. „Es ist erschreckend, welche Mengen an Kunststoffabfall man tagtäglich produziert. Durch dieses Projekt konnten wir unser eigenes Konsumverhalten bewusst reflektieren und überlegen, was wir selbst gegen die Verschmutzung durch Plastikmüll tun können.“

Begleitend zu ihrem Plastikprojekt haben die drei Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Zooschule eine Beschilderung sowie einen Ratgeber erstellt, der Tierparkbesuchern helfen soll, Plastik im Alltag zu vermeiden.

Zoodirektor Ralf Slabik: „Es macht mich stolz zu sehen, dass sich unsere drei FÖJler intensiv mit dem Schutz unserer Umwelt und speziell mit dem Thema Meeresverschmutzung auseinandergesetzt haben. In unserem Unternehmen verfolgen wir eine strenge Umweltpolitik, die uns dazu anhält, schonend und nachhaltig mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen. Trotz des umweltbewussten Denkens kommt man an Plastikverpackungen im Alltag oft nicht vorbei. Doch für viele Produkte gibt es wiederverwertbare Alternativen und häufig reichen schon kleine Änderungen unserer festgefahrenen Gewohnheiten aus, um einen Unterschied zu machen. Und daran werden auch wir im Tierpark weiterhin arbeiten.“

Quelle:   Tierpark + Fossilium Bochum
Photo:  © Tierpark + Fossilium Bochum

BILDUNTERSCHRIFT :
Bild 1: (v.l) Jule Schrage, Luca Dörmann und Constantin Hummel haben im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres im Tierpark einen Müllstrudel gebaut, um auf die Meeresverschmutzung durch Plastikmüll aufmerksam zu machen.


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