NABU BERLIN: Die Ergebnisse vom NABU-Insektensommer sind da!


(Berlin/Brandenburg). Die Steinhummel ist das am häufigsten gemeldete Insekt bei der NABU-Aktion „Insektensommer“. Auf den weiteren Plätzen folgen Hainschwebfliege, Asiatischer Marienkäfer, Gemeine Florfliege und Lederwanze. Das ist der Stand zur Halbzeit der ersten großen Insekten-Zählung des NABU. Mit Spannung werden die Ergebnisse im August – und hoffentlich noch mehr Teilnehmer*innen – erwartet.

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startete der NABU dieses Jahr sein neues Citizen Science-Projekt „Insektensommer“ – die erste bundesweite Insektenzählung in Deutschland. Naturfans waren aufgerufen das Summen, Flattern und Krabbeln in ihrer Umgebung vom 1. bis zum 10. Juni zu beobachten und unter www.insektensommer.de online zu melden.

Vom 3. bis zum 12. August findet dann der zweite Durchgang statt. „Mit dem Insektensommer“ möchte der NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen und vor Gefahren, die ein massenhaftes Insektensterben mit sich bringen, warnen“, erklärt Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin vom NABU Berlin.

Zwar können Insekten am besten auf Wiesen und Mooren beobachtet werden, doch gingen die meisten Meldungen aus dem eigenen Vorgarten ein. „Insekten sind stark gefährdet und am wenigsten erforscht. Die Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit geben einen Hinweis darauf, welche Insekten besonders bedroht sind und wo man sie finden kann. Das tolle ist, dass jeder mithelfen und so zum Artenschützer werden kann“, erläutert Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Artenschutzexpertin beim NABU Berlin. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

Knapp 3.000 Meldungen von 5800 Teilnehmern sind bislang beim NABU eingegangen, knapp 400 in Berlin und Brandenburg. Die Steinhummel ist mit 123 Meldungen auf Platz Eins bei den Zählungen, auch im gesamten Bundesgebiet. Es folgt die Hainschwebfliege mit 101 Exemplaren und den dritten Platz belegt der Asiatische Marienkäfer mit 59 Individuen. Der kleine Kohlweißling und die Lederwanze sind mit 58 Meldungen vertreten. Warum die Steinhummel am häufigsten erfasst wurde, kann unterschiedliche Gründe haben. „Die meisten Leute schauen eher in die Gegend wie bei den Vogelbeobachtungen, als dass sie zwischen der Vegetation intensiv nach Insekten suchen. Daher werden Blütenbesucher in dieser Größe sicherlich eher wahrgenommen. Hummeln fliegen Blüten gezielt und beständig an und sind unverwechselbar – das ist bei anderen Arten schon schwieriger“, so Nadjafzadeh. Die Insektenvielfalt ist so groß, dass selbst Experten bestenfalls eine Artengruppe überblicken. So sind auch viele interessierte Laienbeobachter bei den Insektenbestimmungen zurückhaltender, da sie nichts Falsches melden wollen, weil sie das Insekt nicht kennen oder es nicht genau bestimmen könnten. Dabei ist es aber ohne weiteres möglich und gewünscht, zum Beispiel nur Biene oder Schmetterling anzugeben – nach dem Motto „Jeder so gut, wie er kann“.

Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Vom 3. bis zum 12. August sind alle Naturfans erneut aufgerufen, in ihrer Umgebung Insekten zu beobachten und unter www.insektensommer.de online oder per App „Insektenwelt“ zu melden – jedes Insekt zählt. Am besten beobachtet man unsere gefährdeten Sechsbeiner übrigens bei sonnigen, trockenen und windstillen Wetterbedingungen.

Quelle:  NABU/Berlin
Photos: © MMB/Below

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