MINTARDER AUE: Durch den Altarm fließt wieder Ruhrwasser


(Mülheim/Mintard). „Wasser marsch“ hieß es jetzt an der Mintarder Aue bei Essen-Kettwig. Die Renaturierung des Ruhrabschnitts ist so weit fortgeschritten, dass der Altarm wiederhergestellt ist und ab sofort vom Ruhrwasser durchflossen wird: Der Fluss hat also jetzt seine Insel. Der im September begonnene Umbau der Mintarder Aue geht so zügig voran, dass Jürgen Klingel, beim Dezernat Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Düsseldorf zuständig für das Projekt, überzeugt ist: „90 Prozent des Projekts wird vor Weihnachten abgeschlossen sein, so dass im neuen Jahr nur noch kleinere Restarbeiten anstehen.“ Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. 

Warten auf Flussregenpfeiffer, Kiebitz, Forelle und Aal

Projektleiter Jürgen Klingel (Dezernat Wasserwirtschaft) | © MMB/Below

Die Ruhr soll wieder natürlich werden und Tieren wie Flussregenpfeifer oder Forelle eine Heimat sein. Der Umbau der Mintarder Aue

bei Kettwig ist dazu ein erster wichtiger Schritt. Knapp eine Million Euro werden hier vom Land NRW eingesetzt, um unter anderem durch die Öffnung des Altarms eine Insel zu schaffen, auf der sich heimische Tiere und Pflanzen niederlassen und ungestört wohlfühlen können.

Was Anfang des Jahres mit Baumfällungen vorbereitet wurde, wird jetzt mit der ökologischen Umgestaltung von rund 30 Hektar Fläche zu Ende gebracht. Dazu wurde der alte „Ruhrspiek“ wieder hergestellt mit Böschungen und Totholz. Auentypische Bäume wir Weide, Schwarzerle oder Esche werden gepflanzt, Schotterbänke angelegt, um Vögeln und Fischen Brut- bzw. Laichmöglichkeiten zu bieten. „Heimische Arten wie Eisvogel, Flussregenpfeifer, Kiebitz, Forelle, Aal  oder Äsche sollen sich an und in  der Ruhr wieder wohlfühlen“, sagt Klingel.

Die gesetzliche Grundlage für die naturnahe Gestaltung des Flusses bildet die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die seit dem Jahr 2000 in Kraft ist. Bis 2027 sollen Flüsse, Bäche und Seen wieder naturnah werden und heimischen Arten einen Lebensraum bieten. Finanziert wird der Umbau mit Landesmitteln aus dem Wasserentnahme-Entgeltgesetz.

Die Umgestaltung der Mintarder Aue ist dabei nur ein erster Schritt, weitere Abschnitte an der Ruhr sollen folgen. Auch die Fischaufstiegsanlagen sind Teil des Projektes, damit Wanderfische in der Lage sind, ihre Laichgewässer zu erreichen.

Quelle:  Dezernat für Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Düsseldorf
Photos: © MMB/Below

 


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