KREIS RECKLINGHAUSEN: Salamanderpest in Castrop-Rauxel


(Kreis Recklinghausen). Ende des letzten Jahres wurden zahlreiche tote Feuersalamander im Naturschutzgebiet Langeloh in Castrop-Rauxel gefunden, inzwischen sind es mehr als 90 Tiere. Dadurch sind auch die Salamanderbestände im Osten der Stadt, im Beerenbruch und im Grutholz sowie nördlich von Frohlinde akut bedroht. Die Tiere sterben an der sogenannten „Salamanderpest“. Im Ruhrgebiet wurde sie erstmals 2017 in Essen festgestellt, seitdem breitet sie sich auch in unserer Region rasant aus.

Salamanderpest im NSG Langeloh

Ausgelöst wird die Salamanderpest durch einen, wahrscheinlich aus Ostasien nach Europa eingeschleppten, mikroskopisch kleinen Hautpilz namens Batrachochytrium salamandrivorans, kurz „Bsal“. Der Pilz frisst regelrecht Löcher in die Haut und stört damit wichtige Hautfunktionen wie die Hautatmung und den Schutz vor Austrocknung. In den Wunden können sich außerdem Bakterien ansiedeln, die Sekundärinfektionen auslösen. Infizierte Tiere sterben innerhalb von 14 Tagen, die Sterblichkeitsrate liegt bei über 95%.

Außer dem Feuersalamander, der besonders davon betroffen ist, können auch verschiedene Molcharten erkranken. Der Pilz vermehrt sich durch Sporen, die lange im Gewässer oder in feuchten Böden in einer kühlen Umgebung überleben können. Menschen, die sich in den Lebensräumen der Amphibien aufhalten, können unbewusst die Krankheit verbreiten, indem sie die Sporen an Kleidung oder Schuhen weitertragen. Gleiches gilt für Hunde, wenn sie die Sporen über ihr Fell oder die Pfoten verbreiten.

Durch die Einhaltung von einigen Regeln kann dies verhindert werden: In Schutzgebieten ist das Verlassen der Wege verboten, sowohl für Menschen als auch für Hunde; viele der potentiell betroffenen Amphibienlebensräume liegen in einem Natur- oder Landschaftsschutzgebiet. Auch außerhalb der Schutzgebiete sollten Bach- oder Teichufer nicht betreten werden, um die Verbreitung der Salamanderpest zu vermeiden.

Wer sich in den Wasser- oder Landlebensräumen der Amphibien aufgehalten hat, sollte alles, was mit Wasser oder feuchtem Boden in Berührung gekommen ist, gründlich reinigen und auf der Heizung vollständig trocknen bzw. Hände, Geräte und Schuhe desinfizieren.
Hunde können am besten mit einem Hundeshampoo gewaschen werden.

Wer kranke oder tote Tiere entdeckt, sollte diese nicht berühren und am Fundort liegen lassen. Hilfreich wäre allerdings eine Meldung über den Fund: Bestenfalls sollten die Tiere fotografiert werden und die Fotos unter Nennung der Stadt und des genauen Fundpunkts per Mail gesendet werden an Meldung-feuersalamander@rub.de.

Die Tiere werden dann von Mitarbeitern der Ruhruniversität Bochum eingesammelt und untersucht. Die Städte Herne, Bochum, der NABU Bochum und die Ruhruniversität Bochum führen aktuell ein Monitoring durch, um die Verbreitung von Bsal zu erfassen.

Quelle: Kreis Recklinghausen
Photos: © Ruhruniversität Bochum


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