Erfolgreicher Abschluss der Bauarbeiten am Biggedamm


(Essen). Das Großprojekt verlief nach Plan – Talsperre ist für die nächsten 50 Jahre gerüstet. Der Ruhrverband hat den aufgrund von Bauarbeiten gesperrten Biggedamm zu Wochenbeginn wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Damit ist die größte Sanierungs-maßnahme, die die Biggetalsperre in ihrer mittlerweile 50-jährigen Geschichte erlebt hat, offiziell abgeschlossen.

Die Asphaltdichtungen des Biggedamms sowie des ähnlich aufgebauten Absperrbauwerks am Vorbecken Kessenhammer hatten 50 Jahre nach der Eröffnung der Biggetalsperre ihre Elastizität verloren und waren durch Risse geschädigt. Struktur und Standfestigkeit der Dämme war zu keiner Zeit gefährdet; dennoch wurde die Erneuerung der Asphaltdichtung erforderlich, um eine wesentlich teurere spätere Sanierung zu vermeiden. Die Biggetalsperre wurde 1965 in Betrieb genommen und sichert rund 40 Prozent des erforderlichen Wasserzuschusses für die Ruhr.

Seit Jahresbeginn war die mehr als 170 Millionen Kubikmeter fassende Biggetalsperre um rund 15 Meter abgesenkt worden und hatte am 1. Juli den für die Sanierung notwendigen Stand von 292,50 Metern über NN erreicht. Eine Schweizer Spezialfirma hatte dann die anspruchsvolle Aufgabe, auf der ca. 30 Grad steilen Fläche die oberste Asphaltschicht abzutragen, kleinere Schäden an der unteren Dichtungslage auszubessern und eine neue Asphaltdichtung mit abschließender Mastixschicht zum Schutz gegen vorzeitige Alterung aufzutragen.

Aufgrund des stabilen Sommerwetters und einer optimierten Bauablaufplanung konnte der Wiederaufstau bereits am 26. August, eine Woche früher als geplant, beginnen. Sicher eingehalten wurde jedoch nicht nur der Zeitplan, sondern mit einer Gesamtinvestition von rund sechs Millionen Euro auch der Kostenrahmen – und das sogar, obwohl er in der Bauphase entschieden worden war, die zu sanierende Fläche von ursprünglich geplanten 14.000 auf rund 20.000 Quadratmeter auszudehnen.

„Wir sind mit dem Verlauf der Sanierung äußerst zufrieden“, bilanziert Stefan Klahn, Bauleiter des Ruhrverbands. „Die Wetterbedingungen hätten kaum besser sein können, und die Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen hat gut geklappt. Positiv zu vermerken ist auch, dass es keine Unfälle gegeben hat, obwohl die Arbeiten teilweise unter sehr schwierigen Bedingungen ausgeführt wurden. Die Sicherheitskonzepte, die uns von den beauftragten Unternehmen vorgelegt wurden, haben sich bewährt.“

Im Anschluss an die eigentliche Asphaltsanierung werden die Wege, Frei- und Ruheflächen auf der Krone des Biggedamms neu gestaltet sowie Infopunkte und Vermessungseinrichtungen wiederhergestellt. Das neue Geländer auf der Dammkrone, das Besuchern freie Sicht auf die Talsperre erlaubt, wird abschnittsweise durch ebenfalls noch zu pflanzende Hecken optisch aufgelockert. Am Vorbecken Kessenhammer muss das Geländer noch montiert werden; dies soll in nächsten Wochen geschehen.

Während das Vorbecken Kessenhammer bereits wieder voll eingestaut ist, ist bei der Biggetalsperre selbst noch Luft nach oben: Mit knapp 294,50 Metern über NN liegt der Stauspiegel aktuell rund vier Meter höher als zu Beginn des Wiedereinstaus Ende August. Wann die Biggetalsperre allerdings wieder ihren jahreszeitüblichen Stauspiegel erreichen wird, ist jedoch nicht absehbar, da die Füllstandsentwicklung auch weiterhin vom Wettergeschehen abhängig ist.

Quelle: Ruhrverband
Photo:  © MMB/Below

 

 

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