EGLV: Emscher fließt bald durch ein neues Auengebiet in den Rhein


(Dinslaken/Voerde). Der Bau der neuen Emscher-Mündung in den Rhein bei Dinslaken und Voerde schreitet weiter voran. Die Umverlegung der Emscher wird im Herbst 2022 abgeschlossen werden. Endlich darf die ehemalige „Köttelbecke“ durch ihre neue naturnahe Mündungsaue in den Rhein fließen. Derzeit wird die Auenlandschaft weiter profiliert. Eine Insel konnte innerhalb der Aue bereits fertiggestellt werden. Zudem wird gegenwärtig die Sohlgleite installiert. In das neue Tor zum Emschertal investiert die Emschergenossenschaft rund 70 Millionen Euro.

© Jörg Saborowski/EGLV | Auch aus einer anderen Perspektive wird deutlich: Der Baufortschritt an der Umverlegung der Emscher-Mündung ist sehr gut zu erkennen.

Die Mündung der Emscher in den Rhein bei Dinslaken wird um knapp 500 Meter nördlich nach Voerde verlegt. Die Emscher fällt zur Zeit über ein Absturzbauwerk sechs Meter hinunter in den Rhein. Das wird sich künftig ändern: In der neuen Emscher-Mündung wird eine Sohlgleite eingesetzt, die den Höhenunterschied zwischen Emscher und Rhein deutlich eleganter überbrückt. Mit Hilfe dieser eingebauten „Treppenstufen“ (siehe nebenstehendes Foto) können Fische dann nicht mehr nur die Emscher herunter in den Rhein gelangen, sondern auch selbstständig flussaufwärts in die abwasserfreie und schon bald vollständig renaturierte Emscher hochschwimmen. Grund für die Baumaßnahme ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie: Sie fordert eine „Barrierefreiheit“ für Fische.

Das neue Auenland

Umgeben wird die Emscher-Mündung von einem neuen Ort der Naherholung. Hier können Flora, Fauna und Menschen sich schon bald der Natur erfreuen und entspannen. Die neue Aue wird zukünftig rund 20 Hektar weit sein. Aufgewertet wird das Gebiet zusätzlich durch einen sogenannten Stromteiler: Er teilt den Flusslauf in drei kleinere Läufe, die durch das Auengebiet fließen. Das blaugrüne Leben darf nach vielen Jahren endlich wieder an die Emscher-Mündung zurückkehren.

Die neue Auenfläche sorgt in heißen Sommermonaten für Abkühlung und wirkt sich somit positiv auf das Mikroklima aus. Noch attraktiver wird die Aue durch neue Radwege und Verweilpunkte an Emscher und Rhein, die den Aufenthalt am Gewässer aufwerten.

Der Hof Emschermündung bietet montags, freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen nicht nur Leckereien für die Pause während der Radtour, sondern ist als Begegnungs- und Informationszentrum an einem der aufregendsten Orte an der Emscher entworfen worden.

Der Schutz vor Hochwasser wurde selbstverständlich auch bei der Planung bedacht. Die neue Aue bietet sowohl der Emscher als auch dem Rhein einen Retentionsraum von rund 1,3 Millionen Kubikmetern. Das Gebiet trägt zudem zur Steigerung der Biodiversität in und an der Emscher bei. Die neue Emscher-Mündung entwickelt sich zur idyllischen Pforte in das Emscher-Tal.

Abtragen des Rheindeiches

© Rupert Oberhäuser/EGLV | Auf diesem Bild von April 2022 ist die Emscher-Mündung in den Rhein bereits gut zu erkennen, doch hat sich seitdem bereits viel an der Baustelle getan.

Um die Emscher-Mündung verlegen zu können, werden täglich 4.000 Kubikmeter an Erde bewegt. Knapp 1,3 Millionen Kubikmeter wurden insgesamt schon ausgehoben, um die Umverlegung zu ermöglichen – kein leichtes Unterfangen. Um die logistische Herausforderung bewältigen zu können, entwickelte die Emschergenossenschaft eine nachhaltige Lösung: Die eine Hälfte des Bodens wird abtransportiert, für die andere Hälfte wird auf dem Mündungsgelände ein kleines Zwischenlager errichtet, das die Baufirma jederzeit wiederverwenden kann, sobald es für die Arbeiten benötigt wird. Dafür muss temporär die durch bunte Blumen bekannte Wiese vor dem Hof Emschermündung weichen.

Zum Hintergrund

So idyllisch wie es schon bald Realität sein wird, sah es lange Zeit nicht aus: Nördlich der Dinslakener Siedlung „Am Stapp“ fließt die Emscher seit 73 Jahren, nach ihrer letzten Nordverlegung von Duisburg-Walsum nach Dinslaken, schnurgerade und eingedeicht über ein Absturzbauwerk in den Rhein. Das Ergebnis ist wasserwirtschaftliche Sicherheit – aber auch eine riesige ökologische Barriere zwischen den beiden Flüssen.

Um die Vorgaben und Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, wird die Emscher um knapp 500 Meter in Richtung des Voerder Stadtgebiets verlegt sowie abschnittsweise und stufenweise ökologisch verbessert. Das 2014 begonnene Projekt hat das Ziel eines großflächigen Auenbereichs, der mit seiner ökologischen Vielfalt ein Zuhause für gewässertypische Pflanzen- und Tierarten darstellt. Emscher und Rhein werden so nicht nur attraktiv, sondern auch ökologisch miteinander verflochten.

Quelle: Emschergenossenschaft / EGLV
Photo:  © Rupert Oberhäuser / EGLV 

 


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