DER WALDWASSERLÄUFER


(Wikipedia). Der Waldwasserläufer ist eine Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Es werden keine Unterarten unterschieden. Der Waldwasserläufer ist ein Brutvogel der borealen Nadelwaldzone Eurasiens, der in Mitteleuropa unter anderem auch in Deutschland und Polen brütet.

MERKMALE
Der 21 bis 24 cm lange Waldwasserläufer ist zwischen 50 und 80 g schwer und hat eine Flügelspannweite von 41 bis 46 cm. Er hat eine plumpe Körpergestalt und einen langen, schwärzlichen Schnabel. Das Gefieder ist auf der Oberseite dunkelbraun und zeigt ein rahmfarbenes Fleckenmuster, das im Winter nur schwach ausgeprägt ist. Kopf und Hals weisen graubraune Strichelungen auf. Die breite, weiße Schwanzwurzel und die schwarz gebänderte Schwanzspitze sind charakteristisch für den Vogel. Im Flug sind der weiße Schwanz mit dunklen Endbinden und der dunkle Unterflügel zu sehen.

VORKOMMEN
Der Waldwasserläufer brütet im Sommer in der Nadelwaldzone. Er lebt in großflächigen, feuchten Bruchwäldern und Hochmooren. Der Aufenthalt im Brutgebiet beschränkt sich auf die Jungenaufzucht und dauert oft nur zwei Monate. Beim Vogelzug sind sie selbst an kleinsten, meist deckungsreichen Wasserstellen zu finden. Den Winter verbringt er teilweise in Mitteleuropa, vorwiegend aber in Zentralafrika und dem südlichen Asien.

Der Waldwasserläufer ist ein Kurz- bis Langstreckenzieher. Zu seinen Überwinterungsquartieren zählt das atlantische Westeuropa, das Mittelmeergebiet, Vorderasien, das tropische Afrika, Arabien sowie Südasien. Auch in Mitteleuropa überwintern Waldwasserläufer regelmäßig und erscheinen dann in den Niederlanden, Belgien, Deutschland sowie der Schweiz. Einzelne überwinternde Waldwasserläufer werden auch weiter östlich beobachtet. Der Wegzug skandinavischer Brutvögel beginnt ab Juni und damit ungewöhnlich früh. In den tropischen Regionen Afrikas überwinternde Vögel treffen dort ab Anfang August ein. Im September sind sie im tropischen Afrika bereits sehr häufig zu beobachten. Der Rückzug beginnt im März und auch in Mitteleuropa überwinternde Vögel verlassen ihre Überwinterungsquartiere ab März beziehungsweise ab Anfang April.

Der Zug erfolgt in breiter Front durch das Binnenland, wobei er sich weitgehend an Süßwasser aufhält. Größere Ansammlungen an einzelnen Rastplätzen z.B. am Niederrhein oder seinen Überwinterungsquartieren werden nicht beobachtet.

LEBENSRAUM
Der Waldwasserläufer brütet in baumbestandenen Mooren, feuchten Bruch- und Auwäldern sowie waldbestandenen Ufern von stehenden und langsam fließenden Gewässern. Außerhalb der Brutzeit ist er an einer Vielzahl von Gewässertypen des nördlichen Ruhrgebietes anzutreffen. Er ist dann auch an Kleinstgewässern wie beispielsweise Viehtränken, Torfstichen, Wiesengräben und Kanalufern zu finden.

VERHALTEN UND ERNÄHRUNG
Der dämmerungsaktive Waldwasserläufer wippt ständig mit dem Schwanz und beim Auffliegen oder auf dem Zug ist der Ruf ein lautes »PLÜit-tuit-tuit«. Er ernährt sich von Wasserinsekten, Krebstieren und auch kleinen Fischen.

BESTAND UND BESTANDSPROGNOSEN
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird der europäische Brutbestand auf 330.000 bis 800.000 Brutpaare geschätzt. In Deutschland brüten zwischen 650 und 1.050 Brutpaare.
Der Waldwasserläufer gilt wie viele Schnepfenvögel als eine der Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Ein Forschungsteam, das im Auftrag der britischen Umweltbehörde und der Royal Society for the Protection of Birds die zukünftige Verbreitungsentwicklung von europäischen Brutvögeln auf Basis von Klimamodellen untersuchte, geht davon aus, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts das Verbreitungsgebiet des Waldwasserläufers erheblich schrumpfen und sich nach Norden verschieben wird. Die Verbreitungsgebiete südlich des 60. Breitengrades werden für diese Art keine geeigneten Lebensräume mehr bieten. Nach dieser Prognose wird der Waldwasserläufer als Brutvogel Mitteleuropas verschwinden. Neue potentielle Verbreitungsgebiete entstehen an den arktischen Küsten von Norwegen und Russland, im Süden von Nowaja Semlja und auf Spitzbergen. Diese Arealgewinne können jedoch die Arealverluste weiter im Süden nicht ausgleichen.

Stand: Mai 2019 A900


WISSENSCHAFTLICHER NAME:

TRINGA OCHROPUS ( LINNAEUS, 1758 )

= WALDWASSERLÄUFER
= Green sandpiper
= Witgat


SYSTEMATIK:

Klasse: Vögel ( Aves )
Ordnung: Regenpfeiferartige ( Charadriiformes )
Familie: Schnepfenvögel ( Scolopacidae )
Gattung: Wasserläufer ( Tringa )


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1 Kommentar

  1. Hallo,

    dieser Vogel kommt doch eigentlich auch am Meer vor, oder? Dort habe ich den schon oft gesehen. Oder verwechsle ich da was?

    Wo war dass im Ruhrgebiet, wo der Vogel fotografiert wurde. Ist der da häufiger anzutreffen?

    Würde mich freuen, wenn Sie mir diese Info geben.

    LG

    Antwort
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